Hui und Pfui für den Berliner Profifußball

Am 23. Spieltag durchbrach der 1. FC Union endlich seine Serie an sieglosen Spielen, während Hertha in Paderborn einem herben Absturz erleben musste. Einen Sieg hatte man weder von den Eisernen noch von der Alten Dame erwartet, die Spielausgängen waren einigermaßen überraschend. Am Samstag, 21.02.2026, zur besten Fußballzeit am Nachmittag feierte der 1. FC Union einen 1:0 Erfolg gegen Bayer Leverkusen. Sie machten in ihrem Matchplan nicht den Fehler, im Vergleich des Spiels gegen Dortmund, den Ball weitgehend dem Gegner zu überlassen und auf die Umschaltmomente zu hoffen. Erstaunlicherweise übernahm die Baumgart Elf gleich die Initiative. Bis zur Halbzeitpause hatten das Heimteam 44 % Ballbesitz, ein erstaunlicher Wert gegen eines der spielstärksten Mannschaft der Bundesliga. In der 28. Minute packten die Gäste ihr Geschenk aus. Leverkusens Kapitän Robert Andrich wollte einen Ball mit dem Körper abschirmen, ihn ins Aus trudeln lassen, mit Abstoß vom Tor sollte es weitergehen. Rani Khedira spitzelte dazwischen und hob den Ball ins Tor. So kann es gehen, einen Moment nicht aufgepasst und schon ist es passiert. Im Interview nach dem Spiel nahm dann auch Andrich die Schuld auf sich, kurz und bündig: „Sowas darf mir nicht passieren.“

Mit einem Rückstand in die Pause zu gehen, das war den Leverkusenern schon lange nicht mehr passiert. Die zweite Halbzeit verging ohne Wertung. Die Eisernen taten, was sie am besten können, das eigene Tor verteidigen. Es ergaben sich, da Leverkusen mehr und mehr alles nach vorn werfen musste, einige gute Möglichkeiten das Spiel vorzuentscheiden. Ein bisschen Matchglück hatten sie auch, das gehört eben dazu. Nach dem Schlusspfiff kannte der Jubel keine Grenzen. Das war mal kein Antifußball.

Von der Hertha gibt nichts Positives. Trainer Stefan Leitl wollte noch mehr offensive Akzente setzen und schickte seine Mannschaft mit einem 5-2-3 gegen den Ball (3-4-3 bei Ballbesitz) in Paderborn auf den Rasen. Das Experiment misslang, vor allem im Mittelfeld klafften große Lücken, darunter litt das Aufbauspiel. Das Ergebnis war ein 2:5 Klatsche. Wurde hier die Taktik zur Fallgrube?

In diesem Spiel waren die Berliner in allen Bereichen unterlegen, hatten keine Chance ins Spiel zu kommen. Bereits zur Pause lag Hertha mit 1:3 und wie zufrieden der Trainer mit der Leistung war, zeigt sich darin, dass bereits mit Beginn der zweiten Spielhälfte drei Spieler ausgetauscht wurden. Insgesamt war es ein Tag zum Vergessen und mehr als nur ein Dämpfer für das angestrebte Saisonziel. Solch einen Auftritt dürfen sie sich einfach nicht erlauben.

Hans-Peter Becker

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Ausgeschieden vor besonderer Volleyballtempel-Kulisse

Nach einer klaren Heimniederlage zum Abschluss der Gruppenphase sind die Berlin Recycling Volleys aus der CEV Champions League 2026 ausgeschieden. Erstmals in der Vereinsgeschichte spielten die Berliner in der Poolphase der Königsklasse vor ausverkauftem Haus, doch gegen ein eindrucksvoll aufspielendes Sir Sicoma Monini Perugia war kein Ankommen. Durch das 0:3 (17:25, 18:25, 20:25) rutschen die Hauptstädter in der Gruppe auf Platz drei und setzen ihre internationale Reise im CEV Cup fort. Dort steigt am 04. März 2026 das Viertelfinalhinspiel gegen Gas Sales Bluenergy Piacenza in Berlin.

Nach eindrucksvoller Eröffnung, bei der 8.553 Zuschauer den Volleyballtempel in Orange und Weiß tauchten, war alles bereitet für einen besonderen Volleyballabend. Alexandre Leal hielt für die volle Max-Schmeling-Halle eine Überraschung in der Startformation bereit. Simon Plaskie durfte anstelle von Kapitän Ruben Schott starten und erzielte auch den ersten Punkt für die Berliner (1:3). Nach guten Abwehraktionen in der Anfangsphase gelang dem Belgier auch der Ausgleich (4:4), dazu setzte Florian Krage-Brewitz im Angriff ein Ausrufezeichen (8:8). Doppel-Weltmeister Giannelli & Co zeigten sich davon erwartbar unbeeindruckt und bewiesen Weltklasse in der Verwertung ihrer starken Block-Feldabwehr (10:13, 12:16). Auch in der Annahme bekamen die BR Volleys zunehmend Schwierigkeiten (13:19, 15:22) und so sorgte der Pole Semeniuk für den ersten Satzgewinn der auftrumpfenden Gäste (17:25).

Der italienische Tabellenführer ließ nicht nach und den BR Volleys gelang es nicht, die nötige Energie zu entfachen. Als der Deutsche Meister auch im zweiten Durchgang deutlich hinten lag (4:9), brachte Leal Ruben Schott und Nolan Flexen in die Partie. Flexen blockte nach überragender Rettung von Kyle Dagostino (7:10), aber die Italiener stoppten Schott per Block nicht weniger spektakulär (8:14). So blieb der Titelverteidiger absolut dominant (10:19), weshalb auch noch Arthur Wehner und Daniel Malescha per Doppelwechsel zeitweise in die Partie kamen. Ein Ass von Krage-Brewitz war ein kurzer Lichtblick (13:20), aber letztlich hatte der Bundesligist wenig zu bestellen (18:25). Für den dritten Durchgang blieben Schott und Flexen auf der Platte und die ersten drei Berliner Punkte gingen auf das Konto des Amerikaners (3:2). Knigges Block gab der Stimmung einen Schub (8:6), doch drei leichte Angriffsfehler später waren die BR Volleys wieder gehörig unter Druck (10:13). Nach zwei Asses von Jake Hanes lag nochmal etwas in der Luft (13:13), allerdings blieb sein Tipp-Versuch im Netz hängen (16:18) und die Männer in Orange fanden keinen Weg aus ihrer Rotation (16:21). Also zauberte Giannelli noch einmal und so besorgte Plotnytskyi seiner Mannschaft sieben Matchbälle (17:24). Zur Freude des Publikums wehrten die BR Volleys drei davon ab, dann setzte Knigge sein Service ins Aus (20:25). Aufseiten der in allen Elementen überlegenen Italiener wurde Giannelli MVP und Wassim Ben Tara Topscorer (15 Punkte). Als einziger Berliner kam Jake Hanes auf einen zweistelligen Wert (14 Punkte). 

In einem dramatischen Match setzte sich Guaguas Las Palmas bei VK Lvi Prag mit 3:2 durch. So zogen die Spanier nach Siegen und Punkten mit den Berlinern gleich, verfügen aber über den besseren Satzquotienten (Las Palmas 12:14 = 0,86, Berlin 10:12 = 0,83) und ziehen in die nächste Runde ein. Als zweitbester Gruppendritter verpassen die BR Volleys auch denkbar knapp den „Bonusplatz“, der noch für die Playoff-Runde gereicht hätte und spielen im CEV Cup weiter. Dort kommt der Gegner ebenfalls aus Italien und heißt Gas Sales Bluenergy Piacenza. Es wartet also der nächste Hochkaräter. Tickets für das Hinspiel sind ab sofort erhältlich.

Stimmen zum Spiel
Simone Giannelli: „Es ist immer schön, in dieser Arena in Berlin zu spielen. Es war eine wirklich tolle Kulisse. Wir wussten, dass es nicht einfach werden würde, aber wir haben ein großartiges Match gespielt, in jedem Satz. Wir sind glücklich über das Weiterkommen und den Einzug in die nächste Runde.“ 

Matthew Knigge: „Perugia hat rund um Qualitätsvolleyball gezeigt. Von der Aufschlaglinie haben sie sechs konstante Spieler, dazu drei super Annahmespieler, die uns zu vollem Risiko im Aufschlag zwingen. Auch ihre Block-Defense zwingt uns, nah an der Perfektion zu spielen, um zu punkten. Wenn die Chancen so klein sind, müssen wir perfekt oder exzellent agieren. Davon waren wir heute weit entfernt. Ihr Level kennen wir weder aus dem Training noch aus Pflichtspielen. Jetzt schauen wir nach vorn auf die Aufgaben in der Bundesliga und im CEV Cup. Das heutige Spiel gab uns einen Eindruck, wo wir unser Spiel hinentwickeln müssen, um gegen solche Gegner bestehen zu können.“

BR Volleys Formation
Moritz Reichert + Simon Plaskie (AA), Florian Krage-Brewitz + Matthew Knigge (MB), Fedor Ivanov (Z), Jake Hanes (D) und Kyle Dagostino (L) | Eingewechselt: Nolan Flexen, Ruben Schott, Daniel Malescha, Arthur Wehner

Bestwerte
Hanes 14 Punkte, 3 Asse | Krage 5 Punkte, 60 % Angriffsquote | Reichert 62 % pos. Annahme

Christof Bernier/BR Volleys

Credit: © Pressefoto Gora

Berg- und Talfahrt zum Sieg. Füchse gewinnen gegen TVB Stuttgart 37:32

Nach 50 Tagen wieder Füchse-Handball in Berlin. Großer Jubel und Ehrung für die Europameister Gidsel und Andersson und für die „Vize“ Langhoff und Lichtlein. Die Max-Schmeling-Halle ausverkauft. Das Spiel dagegen zunächst ein Stimmungskiller. Das erste Berliner Tor nach 5:32 zum 1:2. Viele technische Fehler, Missverständnisse beim Aufbau, der Auftritt der Gastgeber ohne Struktur. Ernüchterndes Fazit von Trainer Krickau: „Unser Angriff war heute weit weg von unserem Niveau“. Die kleine Hoffnung nach der 6:5-Führung/15. war schnell wieder dahin, weil Stuttgart weiter schnellen und einfachen Handball spielte. Auch zwei rote Karten in der ersten Hälfte brachte die Schwaben nicht von ihrer Linie ab. Mit drei Toren Vorsprung gingen die Gäste in die Kabine – 13:16/30.

Nach offenbar klärenden Worten zur Pause trat ein „verändertes Füchse-Team“ zum zweiten Spielabschnitt auf die Platte. Mit einem 6:1-Lauf innerhalb weniger Minuten wurde das Ergebnis gedreht. „Ich war sehr zufrieden mit unserer Umstellung in der zweiten Halbzeit, wo wir eine ganz andere Angriffsstruktur gezeigt haben“, fand Coach Krickau „Das haben die Spieler gut umgesetzt“. Mit dem 18:17/35. – der ersten Führung der Gastgeber seit der 15. Minute – nahmen die Füchse die Partie in ihre Hand. Mehr Tempo und besserer Zugriff auf die Gegenspieler – so wuchs der Vorsprung kontinuierlich an. Auf dem Weg zum klaren Sieg erzielte Welthandballer Gidsel seinen 200. Saisontreffer. Mit dem 37:32-Erfolg bleibt der deutsche Meister einer der Verfolger von Tabellenführer Magdeburg und damit im Rennen um die Champions-League-Qualifikation.

Das nächste Heimspiel findet am 1. März 2026 statt. Gegner sind dann die Rhein-Neckar Löwen.

Für die Füchse erfolgreich: Darj (3), Andersson (8), Lichtlein (5), Gidsel (7), Freihöfer (8/2), Langhoff (2), av Teigum (4)

Herbert Schalling

Volleyball Sparda 2. Bundesliga Pro Damen: BBSC mit Abend zum Vergessen

BBSC Berlin – NawaRo Straubing        0:3      (-19, -12, -9)

Der Tabellenzweite der Sparda 2. Bundesliga Pro Damen, NawaRo Straubing, präsentierte am Samstagabend, 14.02.2026, dem Berliner Publikum, wie in dieser Liga moderner Volleyball gespielt wird – die Berlinerinnen hatten in der gezeigten Form keine Chance.

Der BBSC trat gegen Straubing zunächst ohne die nicht zur Verfügung stehende Sarah Nur Kayadibi und die gehandicapte Annalena Grätz an. Von der 1. Minute an setzten die Gäste mit ihrem Aufschlagspiel die Berliner Annahme unter immensen Druck – der 5:10 Rückstand war schon ein Ausrufezeichen. In dieser Phase gelang es den Berlinerinnen wenigstens noch, die Angriffspower der Straubinger durch eigenes druckvolles Aufschlagspiel und taktisches Angriffsspiel auszubremsen.

Beginnend mit dem 2. Satz ließen sich die Gastgeberinnen nach Strich und Faden überrennen. Nicht nur die Aufschläge waren reines Gift für die Berliner Annahme (12 direkte Annahmefehler), sondern auch jegliche schnelle Angriffsaktion der Gäste versetzte die Abwehr der Berlinerinnen teils wie geplant in höchste Alarmbereitschaft, aber eben auch teilweise in Schockstarre. Für das Publikum unverständlich war die Anzahl der unnötigen Fehlabstimmungen in der Berliner Abwehr, die man eigentlich glaubte, nach den Verbesserungen der letzten Wochen nicht wieder sehen zu müssen. Daran änderte auch nicht, dass die Trainer Mitte des 2. Satzes noch Annalena Grätz zur Stabilisierung der Annahme auf das Feld brachten. Dies gelang in Bezug auf die von Grätz geleistete Abwehrarbeit ohne Zweifel, doch änderte dies nichts an dem desolaten Gesamteindruck des Teams. Die Berliner Trainer versuchten über einige Wechsel neue Akzente zu setzen, doch konnte keine der eingesetzten Spielerinnen das Ruder herumreißen.

Straubing dagegen zeigte ein außerordentlich gutes Zweitligaspiel mit vielen schnellen und variablen Angriffen, einer sicheren Annahme (nur 3 Fehler), gut strukturiertem Abwehrverhalten und einem zupackenden Block (9 Blockpunkte). Die Angriffe Straubings – selten eine Mannschaft mit so vielen genau gespielten Pipes gesehen – waren sicherlich – egal ob über Valbona Ismaili oder Paula Gürsching (Gäste MVP mit 24 Treffern) gespielt – eine Augenweide für den technisch-taktisch interessierten Betrachter. Bei allem anzuerkennenden Bemühen der Gastgeberinnen: Der BBSC kam kaum durch Block und Abwehr der Gäste hindurch. Die erfolgreichste Berliner Athletin war noch Paula Reinisch, die 12 Treffer erzielte und zur Berliner MVP des Abends gewählt wurde.

Es bleibt dem Berliner Betrachter, den Niederbayern für den geplanten Aufstieg viel Erfolg zu wünschen.

Auch Trainer Manuel Müller gratulierte Straubing „zu einer sehr disziplinierten und aggressiven Leistung – nach dem sicherlich enttäuschenden Spiel am letzten Wochenende gegen Vilsbiburg genau die richtige Antwort. Wir hoffen auf einen ähnlichen Weckruf-Effekt für unser Team am kommenden Wochenende beim Trip nach Planegg und Dingolfing.“

Die nächsten Heimspiele für die Berlinerinnen folgen erst am Wochenende 7. und 8. März 2026 gegen Köln und Planegg.

Für den BBSC am Wochenende im Einsatz: Sophia Minlend, Noelani Kleiner, Romy Birnbaum, Paula Reinisch, Anna-Lena Vogel, Annalena Grätz, Angelina Meyer, Maja Pahlke, Hanna Christin Lengkey, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Luz Götte, Melani Ligacheva

Burkhard Kroll/BBSC

Keine Punkte für den Berliner Profifußball

„Dit war wohl nüscht“ auf gut berlinerisch, so lassen sich die Ergebnisse der „Alten Dame“ sowie der Eisernen vom 22. Spieltag zusammenfassen. Beide beendeten ihren Arbeitstag mit einer 2:3 Niederlage. Dabei hatten sie sich doch so viel vorgenommen. Hertha wollte nach dem unglücklichen Ausscheiden aus dem DFB-Pokal weiter aussichtsreich im Aufstiegsrennen bleiben. Der Ortsrivale aus Köpenick hat eine Klasse höher das rettende Ufer noch nicht erreicht und wollte alles daransetzen, die Sieglosigkeit im neuen Fußballjahr endlich zu beenden. Die Aufgaben waren für beide anspruchsvoll. Hannover 96 ist in der 2. Bundesliga die Mannschaft der Stunde und Bundesligaaufsteiger HSV hat seine Punkte vor allem in Hamburg geholt. Immerhin waren es 16, bevor die Baumgart Schützlinge dort auftauchten. Vor dem Spiel begrüßte der Trainer des 1. FC Union viele alte Bekannte in der Clubkleidung mit der Raute. Dann war es auch genug mit seinem Herzensverein.

Das Spiel ging, wie zuletzt von den Eisernen gewohnt, in die Hose. Von der Spielanlage sind beide Mannschaften ähnlich. Sie sind nicht unbedingt erpicht auf den Ballbesitz. Ein Blick in die Statistik zeigt, der HSV hat im Durchschnitt 49 % Ballbesitz, die Eisernen bringen es nach 22 Spielen nur auf 41 %. Das ist der geringste Wert alle Erstligisten. Dem Gegner den Ball überlassen, Umschaltmomente kreieren oder Fehler erzwingen und eiskalt zuschlagen. Man spricht inzwischen von Antifußball, den Baumgart verordnet. Egal wie man es nennt, bei Erfolg fragt keiner weiter nach. In Hamburg scheitert Union mal wieder an den eigenen Fehlern. „Der Mann des Spiels“ war für mich Andrej Ilic. Wurde er am Kopf erwischt oder nicht, es war wohl ein Wahrnehmungsirrtum des Schiedsrichters, der Elfer durch Leopold Querfeld saß. Einen Riesenbock vom HSV-Torwart konnte Ilic wenig später nicht nutzen, traf schlicht das leere Tor nicht und als er dann traf, war es zu spät, lediglich der Anschlusstreffer zum Endergebnis. Am Einsatz mangelte es nicht, wie gewohnt ließen die Berliner alles auf dem Rasen. Das allein bringt keine Punkte. Es stellt sich die Frage nach der Qualität im Kader und der taktischen Grundausrichtung.

Die taktische Grundausrichtung soll hier überleiten zu einer kurzen Betrachtung des Spiels der Hertha gegen Hannover. Im Gegensatz zur Partie gegen Freiburg im Pokal, kehrte Stefan Leitl, der für das Spiel gesperrt, nur auf der Tribüne saß, nach einem 5-3-3 wieder zum gewohnten 4-2-3-1 zurück. Hannovers Trainer Christian Titz hatte Herthas Pokalauftritt gründlich studiert und fand die bessere Lösung. Das Verteidigen von Standards ist im Training zu intensivieren. Hertha kam schwer in das Spiel, Hannover verdichtet das Mittelfeld, sodass sich in Halbzeit 1 wenig Tormöglichkeiten für die Hertha ergaben. Die 2:0 Führung zur Halbzeitpause für die Gäste ging in Ordnung.

Bereits zur Pause reagierte die sportliche Führung und wechselte in der Offensive. Ein erfolgreich verwandelter Foulelfer von Fabian Reese brachte wieder Hoffnung in das mit über 41.000 Zuschauern gefüllte Olympiastadion. Hannover gelang in der 71. Minute der dritte Treffer und das war bereits ein bisschen mehr als nur die Vorentscheidung. Es fehlt Hertha an Beständigkeit und einem Knipser. Die Situation im Unterhaus ist eine andere. Die Niederlage ist ein Rückschlag und verschlechtert weiter die Ausgangsposition im Aufstiegskampf. Es ist noch einiges möglich, angesichts der Tabelle, allerdings wird jetzt jedes Spiel mehr und mehr zu einem Endspiel.

Hans-Peter Becker

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Volleyball Sparda 2. Bundesliga Pro Damen: Steigerung in allen Belangen bringt ersten Saisonauswärtssieg für den BBSC Berlin

Sparkassen Wildcats Stralsund – BBSC Berlin                   2:3 (-24, -21, 23, 19, -14)

Mit einer großen Steigerung gegenüber den letzten Vergleichen gelang dem BBSC mit 3:2 der erste Saisonauswärtserfolg in Stralsund.

Nach den letzten noch verlorenen Spielen, aber schon besseren Spielzügen zeigte sich am Samstag, 7.2.2026, eine BBSC Mannschaft, die in allen Belangen deutliche Fortschritte bewies. Die Annahme stand als Bollwerk, sowohl Paula Reinisch (50 Annahmen!!!, davon nur 2 fehlerhafte), als auch Annalena Grätz und Anna-Lena Vogel bewiesen gewachsene Sicherheit. Das Zuspiel verteilte klug die Bälle und auf den Außenpositionen sorgten Grätz mit 21 und Reinisch mit 17 Treffern für immensen Druck auf die Stralsunder Abwehr. Auch die Athletinnen auf der Diagonal- und  Mittelblock-Position reihten sich ein und zeigten gute Erfolgsquoten. Abwehr und Block packten klar wirkungsvoller als noch vor Wochen zu und entschärften die Stralsunder Angriffe viel effektiver als noch im Hinspiel: Die Angriffsquote der Gastgeberinnen lag so nur bei 2/3 im Vergleich zum Oktoberspiel in Berlin. Auch die norwegische Nationalspielerin Mille Kjosaas konnte wie ihre lettische Kollegin Junora Vagele besser kontrolliert werden.

Vom 1. Satz an war der BBSC zunächst immer einen Tick erfolgreicher als die Gastgeberinnen, die sich keinen wesentlichen Vorsprung erarbeiten konnten. Wie im 1. so auch im 2. Satz zeigten die Berlinerinnen zum Satzende Nervenstärke, sich einen kleinen Vorsprung zum Satzgewinn zu sichern. Auch im 3. Satz war man beim 23:23 noch gleichauf, ehe die Hansestädterinnen den Sack zu machten. Stralsund brachte im 4. Satz mit dem Rückenwind dieses Satzgewinns gestiegene Aggressivität aufs Feld, sodass Berlin zur Satzmitte abreißen lassen musste. So musste der Tiebreak die Entscheidung bringen. Zunächst war Stralsund erneut die bestimmende Mannschaft (8:4), ohne dass der BBSC in früheres Nervenflattern versank. Mit dem Glauben an die eigene Stärke drehten die Berlinerinnen den Krimi zur besten Sendezeit zu ihren Gunsten. Nach knapp zweieinhalb Stunden konnten die Gäste endlich ihren zu Recht langanhaltenden Jubel rauslassen.

Über Kampf und Konzentration waren die Berlinerinnen am Samstag zu einer Steigerung in der Lage, die das Berliner Volleyballherz erfreut. Trainer Manuel Müller fielen einige Wackersteine von den Schultern: „Wir haben uns endlich für die immer wieder verbesserte Leistung belohnt. Mit etwas Glück wäre auch ein 3:0 möglich gewesen. Dafür machen wir aber aktuell immer noch ein paar Konzentrationsfehler zu viel. Ein großes Lob ans gesamte Team, das den Grundstein dieses Erfolgs in den letzten Wochen durch sehr diszipliniertes Training gelegt hat. Aus der sehr stabilen Annahme konnten wir ein erfolgreiches Angriffsspiel aufziehen, einer der entscheidenden Unterschiede zu den letzten Wochen.“

Zur Berliner MVP wurde Libera Anna-Lena Vogel gewählt.

Im nächsten Heimspiel trifft der BBSC am 14. Februar 2026 um 18:00 Uhr in der Hämmerlinghalle auf Straubing.

Für den BBSC am Wochenende im Einsatz: Sophia Minlend, Noelani Kleiner, Romy Birnbaum, Paula Reinisch, Anna-Lena Vogel, Annalena Grätz, Angelina Meyer, Maja Pahlke, Hanna Christin Lengkey, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Luz Götte, Melani Ligacheva

Burkhard Kroll/BBSC

Die Champions im Berliner Hallenfußball heißen SC Staaken und SV Empor (U17 und U19)

Olympia im Winter in Italien – vor Ort in Mailand und den Bergen nicht umsonst, aber oft draußen. Am Ende bleibt der Mehrheit im Sportpublikum hier meist die Sicht auf den heimischen Bildschirm. Eishockey, Hand- und Volleyball heißen einige der Alternativen – geht es um Sport der Eliteklassen in der kalten Jahreszeit in der Halle. Wie steht es um den Amateurfußball neben dem der Profis im Winter in Regional- und Oberligen der Region? Der Berliner Fußball-Verband (BFV) hat zuletzt alle Wettkämpfe zunächst bis zum 15. Februar abgesagt. Es dauert noch bis zum ersten Anpfiff in diesem Jahr; die meisten Partien fielen auch in der NOFV-Regionalliga aus. Ballfanatikern bleibt im Moment keine große Auswahl, denn Eis und Schnee dominieren immer noch auf den Fußball-Plätzen der Hauptstadt und auch anderswo im Nordosten.

Bleibt also doch die Halle, allerdings in einer Nische bei den noch nicht erwachsenen Sportlern. Wer junge Akteure am Wochenende des 7. und 8. Februar beim Wettstreit in der Gretel Bergmann-Halle in Wilmersdorf anfeuern wollte, konnte hier ab vormittags dabei sein. Ausgespielt wurde die Berliner Hallenmeisterschaft der B- und A-Junioren. In der Endrunde waren hier in zwei Gruppen noch je acht Mannschaften im Einsatz.

Bei der B-Jugend setzte sich im Finale der SC Staaken (Tabellenführer der A-Junioren Berlin-Liga) gegen SC Berliner Amateure (ebenfalls Berlin-Liga) 1:0 durch. A-Jugend-Champion ist der SV Empor (z.Z. Tabellendritter in der Liga), Liga-Konkurrent Stern Marienfelde blieb am Sonntag nur die Plakette für den Zweitplatzierten. Die Nerven und ein etwas gewiefterer Torwart gaben im Entscheidungsschießen den Ausschlag (4:2). Den Siegern in den beiden ausgeglichenen Finalspielen im Hallenfußball vor zuletzt etwa 180 Besuchern steht nun am nächsten Wochenende eine Reise bevor: es geht nach Gotha in Thüringen. Hier werden – nach Futsalregeln – die Sieger der U17 und U19 unter Beteiligung der anderen Regionalverbände des NOFV ermittelt. Etwas sperrig heißt dieser Wettbewerb NOFV A- und B- Junioren Futsal-Regionalmeisterschaft.

Bericht und Fotos: © Frank Toebs

Vier Punkte für den Berliner Profifußball

Am 21. Spieltag gab es keine Niederlage für den Berliner Profifußball. Der 1. FC Union, genauer seine Anhänger, zelebrierten den 60. Geburtstag beim Heimspiel gegen die Frankfurter Eintracht mit einer gewaltigen Choreo. Das Spiel musste für sieben Minuten unterbrochen werden, weil der Nebel der bengalischen Feuer über das Spielfeld zog. Da dürfte wieder die nächste Geldstrafe fällig werden, Clubjubiläum hin oder her. Wie kommt das Zeug nur ins Stadion?

Das Spiel am Freitagabend, 6. Februar 2026, war, wie inzwischen gewohnt bei Auftritten der Eisernen, das Gegenteil von Fußballfeinkost. Das Ergebnis von 1:1 entsprach dem Spielverlauf. Fast wäre es eine Niederlage geworden. Ein schwach von Leopold Querfeld getretener Foulelfmeter fand schließlich doch den Weg über die Linie. Weitere Kommentare zu diesem Spiel erübrigen sich. Was wollt Ihr, sprach Coach Steffen Baumgart nach dem Spiel, „heute haben wir einen Punkt mehr als gestern“. Gesammelt wurden bisher 25 Punkte nach 21 Spielen, jenseits von Gut und Böse und 6 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, doll ist es nicht. Seit sechs Spieltagen gelang kein Dreier mehr. Vielleicht wird es ja was am kommenden Spieltag beim Hamburger Sportverein. Vorsicht, wenn der HSV in dieser Saison Siege geholt hat, dann im heimischen Stadion.

Einen Tag später war Hertha in Elversberg dran. Die Reise in das Saarland hat sich mal so richtig gelohnt. Die Autobahn-Entfernung zwischen Berlin und Elversberg beträgt 707 Kilometer und der gut gefüllte Gästeblock bewies, dass diese Entfernung kein Hindernis für den treuen Fan bedeutet. Um so besser, wenn nach Abpfiff ein 3:0 Sieg auf der Ergebnistafel steht. Im Gegensatz zum Spiel am Freitag, war das Resultat nach dem Verlauf der Begegnung nicht unbedingt zu erwarten. Die als Tabellenzweiter angetretenen Elversberger bestimmten in Halbzeit Eins das Spiel, aus Berliner Sicht machte sich das Gefühl breit, das könnte schiefgehen. Ein Eckball, getreten von Paul Seguin, findet den Kopf von Pascal Klemens und Hertha kann eine knappe Führung mit in die Pause nehmen.

In der zweiten Hälfte bemühten sich die Saarländer weiter vergeblich um Tore. Hertha kommt etwas besser ins Spiel und schlägt zweimal gnadenlos zu. Erst ist es Fabian Reese mit einer guten Vorbereitung für den eingewechselten Luca Schuler und dann machte Toni Leistner nach einer Freistoßflanke von Seguin den Deckel drauf. Sein wuchtiger Schuss schlug unter der Torlatte ein. Das nach dem Spiel die Elversberger die Fußballwelt nicht mehr verstanden ist verständlich. Ein Blick in die Statistik, Hertha hatte sechs Torschüsse, davon waren drei im Ziel und die Gastgeber hatten 20, am Ende stand bei ihnen die Null.

Ein klein bisschen mehr meldet sich Hertha jetzt wieder im Aufstiegsrennen an. Dieser Sieg hat zudem das Selbstvertrauen weiter gestärkt. Unter der Woche kommt der SC Freiburg ins Olympiastadion. Es geht um den Halbfinaleinzug im DFB-Pokal.

Hans-Peter Becker

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ZDF-Reporter Florian Zschiedrich verpasst Eröffnungsfeier

Seine ersten journalistischen Meriten verdiente er sich bei TV-Sport in Berlin und Sportick, beide Projekte wurden einst von seinem Vater Christian Zschiedrich ins Leben gerufen.

Voller Freude wollte er nun zu seinem ersten Einsatz bei den Olympischen Spielen, bei der Eröffnungsfeier im Zentrum von Cortina d’Ampezzo starten. Leider machte das gerade in Berlin herrschende Winterwetter einen dicken Strich durch die Rechnung. Gestrandet am BER, sein Flug wurde gestern, am Freitag, 06.02.2026 gestrichen. Gegenüber der Redaktion Bild-online äußerte er: „Es war ein absolutes Kommunikations-Chaos. Sämtliche Passagiere wussten nicht, wie’s weitergeht. Auch auf der BER-Website war keine Information zu bekommen, wie und wann der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden könnte. Das führte zu vollen Hallen und langen Wartezeiten, weil die Hoffnung immer da war, dass es ja bald losgehen könnte.“

Florian Zschiedrich im Einsatz

Die Alternative, mit dem Zug nach Venedig und anschließend weiter nach Cortina. Am heutigen ersten offiziellen Wettkampftag (07.02.2026) sollte Florian Zschiedrich bei den Rodelwettbewerben Interviews am Eiskanal führen. Ob daraus etwas wird, ist mehr als fraglich. „Meine ersten Olympischen Spiele vor Ort als Moderator begleiten zu können, ist ein Kindheitstraum. Dass ich bei dieser Premiere aber die Eröffnungszeremonie in Cortina wegen eines gesperrten Flughafens verpasse, hätte ich mir so nicht träumen lassen.“ Es sind Winterspiele und dazu gehört eben auch Winterwetter mit den entsprechenden Schwierigkeiten.

Hans-Peter Becker

Fotos: privat

Hertha BSC verpflichtet Josip Brekalo

Der Kroate verstärkt die blau-weiße Offensive.

Hertha BSC verpflichtet Josip Brekalo fest für den Angriff. Der flexible Offensivakteur kommt aus Spanien von Real Oviedo an die Spree und unterschreibt einen Vertrag bis zum kommenden Sommer mit Option für ein weiteres Jahr. „Josip hat in Deutschland bereits auf höchstem Niveau seine Qualitäten unter Beweis gestellt. Er steht für Kreativität und Torgefahr. Wir sind sehr glücklich, dass er unsere Möglichkeiten in der Offensive noch einmal vergrößert“, erklärt Sportdirektor Benjamin Weber. Der Kroate, der die Rückennummer 7 tragen wird, sagt: „Ich wollte unbedingt herkommen, weil ich weiß, was das hier für ein großer Verein ist – welche Vergangenheit, aber auch welche Zukunft er hat. Nun möchte ich mich so schnell wie möglich in die Mannschaft integrieren und dann sofort helfen.“

Der 27-Jährige lief zwischen 2016 und 2023 für den VfL Wolfsburg und den VfB Stuttgart auf. Dabei brachte es der Rechtsfuß auf 122 Einsätze sowie 17 Tore und 14 Vorlagen in der Bundesliga. Zudem stand der 35-fache Nationalspieler elfmal in der 2. Bundesliga auf dem Feld und verzeichnete dabei einen Treffer sowie einen Assist. Darüber hinaus sammelte der Neu-Herthaner, der außerdem das Trikot vom GNK Dinamo Zagreb, des Torino FC, der AC Fiorentina sowie von Hajduk Split und Kasımpaşa trug, auch schon Erfahrungen in der höchsten kroatischen Liga, der Serie A, der SüperLig, der UEFA Europa League sowie der UEFA Conference League. In der Hinrunde der laufenden Saison absolvierte Brekalo 15 Pflichtspiele (ein Tor) in LaLiga sowie in der Copa del Rey für Oviedo.

Quelle: Hertha BSC

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