Punkte im Osternest für den Berliner Profifußball

Na prima, wenigstens hat Oliver Jasen Burke einen Saisonrekord als schnellster Spieler der Bundesliga aufgestellt. Er wurde bei einem Sprint des Schotten 37 km/h gemessen. Was nützt das, schneller als der Ball zu sein, seine Torgefährlichkeit hielt sich bisher sehr in Grenzen. Seine Bilanz sind 23 Einsätze, wobei er lediglich nur bei einem Spiel die volle Dauer absolvieren durfte. Es fragt sich zu Recht, wo sind seine Tore, ganze vier stehen waren es bislang, versteckt. Das eine oder andere Tor mehr hatten sich Fans und die Verantwortlichen der Eisernen schon versprochen. Gegen St. Pauli traf Andrej Ilic und sie ahnen es, Burke hatte beim Schlusspfiff bereits wieder die Trainingsjacke an. In einem kampfbetonten Spiel rannten die Eisernen seit der 25. Minute einem Rückstand hinterher. Der Ausgleich fiel dann in der 52. Minute. Ansonsten blieb es beim Bemühen nach einem weiteren Erfolgserlebnis. Die Punkteteilung am Ostersonntag nützt eher dem 1. FC Union, St. Pauli verharrt weiter auf dem Relegationsplatz.

Tags zuvor, am 4.4.2026 musste die „Alte Dame“ in Dresden ran. Leider geriet das Spielgeschehen, auch in Nachbetrachtung, in den Hintergrund. Der Fußball gehört den Fans, Unterstützung von den Tribünen und bitte keine blödsinnigen Aktionen von Ultras, Hools oder wem auch immer. Es ist völlig egal, wer angefangen hat, wer wem eine Fahne geklaut hat und so weiter. Solche Szenen wie in Dresden will niemand sehen. Die wohl jetzt fälligen Strafgelder könnten die betroffenen Vereine sicher besser verwenden.

Fußball wurde glücklicherweise auch gespielt und der Fußballgott bestrafte Dynamo umgehend für das Verhalten einiger Stadionbesucher, die schwarz-gelb unterstützen. Erst wurde ein Elfer verschossen und dann in Überzahl verloren. Ein schräges Ding, abgefälscht, Hinterkopftreffer, der Ball fiel ins Tor und Hertha verließ nach einigen turbulenten Szenen den Platz als Sieger. Dresden konnte sich im Abstiegskampf keine Luft verschaffen und Hertha hält wieder eine Meldekarte für den Aufstiegskampf hoch.

Hans-Peter Becker

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Derby ohne Derby-Charakter

Füchse fegen Leipzig aus der Halle – 39:26

Nach 45 Minuten hatten Matthias Gidsel, Lasse Andersson und Max Darj reichlich Zeit, das Spielgeschehen zu analysieren. Der Füchse-Kapitän und die beiden dänischen Weltmeister saßen zu diesem Zeitpunkt gemeinsam auf der Auswechselbank. Ein ungewohntes Bild. Flankiert von Tim Freihöfer und Hakun West av Teigun. Diese Ansammlung von Stammspielern der Ruhezone hatte einen einfachen Grund. Die Partie war zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden – bei einem Zwischenstand von 34:17. Trainer Nicolej Krickau konnte so anderen Akteuren aus seinem Kader mehr Spielzeit einräumen.

Die klaren Konturen hatte das Ostderby bereits in der Anfangsphase erhalten. Mit einem kraftvollen Start hatte der Deutsche Meister die möglicherweise kleine Hoffnung der Gäste auf eine lange Zeit ausgeglichene Partie zerstört – 10:3/12. Die Sachsen, seit Saisonbeginn immer auf einem Abstiegsplatz stehend, konnten über weite Strecken keine Bundesligatauglichkeit nachweisen. Sowohl auf der Torhüterposition, immerhin mit den Nationalkeepern Italiens und Tschechiens, wie auch auf dem Spielfeld lagen die Gäste unter dem Schnitt. Ausgerechnet das zehnte Jahr könnte für die DHfK das vorerst letzte in der Bundesliga sein. Es wäre tragisch für den Handballtraditions-Standort.

Ganz anders präsentierten sich vor 8.701 Zuschauer die Hausherren. Herausragend dabei Torhüter Lasse Ludwig. Der Neu-Nationalspieler konnte insgesamt 19 Paraden auf seinem Konto verbuchen, wobei ihm die Gäste mit zum Teil schwachen Würfen die Arbeit etwas erleichterten. Trotz des stetig wachsenden Vorsprungs – 20:10/30. ließen die Berliner in ihrer Konzentration nicht nach. Neben den bewährten Torewerfern Gidsel und Andersson zeigten sich besonders Mijajlo Marsenic und Matthes Langhoff mit jeweils vier Treffern sehr engagiert. Trainer Krickau war mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden. „Unsere Effektivität war heute super. Auch der Flow zwischen unseren Spielern aus dem Rückraum hat sich heute weiter in die richtige Richtung entwickelt. Wir konnten wir sehr gut unsere Breite im Kader ausnutzen“.

Diese wird in den nächsten Wochen auch nötig sein. Der April hält für die Füchse Saison wichtige Partien bereit. In der Bundesliga stehen die Spiele in Lemgo (12.4.) und gegen Gummersbach (23.4.) an. Am Wochenende 18./19.4. findet das Final Four im DHB-Pokal statt, wo die Füchse im Halbfinale innerhalb einer Woche erneut auf den TBV Lemgo treffen. Schließlich wartet am letzten Tag des Monats das Auswärtsspiel CL-Viertelfinale. Entweder in Veszprem oder in Paris.

Für die Füchse gegen Leipzig erfolgreich: Prantner (3), Andersson (6), Ariño (3), Grøndahl (5/1), Lichtlein (3), Gidsel (6), Freihöfer (4/2), Pichiri (1), Langhoff (4), Marsenić (4).

Herbert Schalling

Eisbären nach Overtime-Sieg im Halbfinale

DEL Saison 2025/26

Playoff-Viertelfinale Spiel 6

04.04.2026 16:30 Uhr Uber-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Straubing Tigers 6:5 OT (2:1/3:2/0:2/1:0)

Serienstand (best of seven) 4:2

Können die Eisbären das Halbfinale in Spiel sechs erreichen oder kommt es zum Showdown in Niederbayern? Der erste Matchball wurde von den Eisbären vergeben. Verteidiger Jonas Müller monierte berechtigterweise, dass am Gründonnerstag zu sehr verwaltet wurde und sich dabei Unachtsamkeiten im Spiel einschlichen. Ein erzielter Treffer reichte nicht. In der Verlängerung erzwangen die Tigers eine Verlängerung der Serie.

Vor dem Spiel wurde darüber nachgedacht, wer jetzt einen kleinen psychologischen Vorteil hat. Die Gäste aus Straubing standen erneut vor dem Aus, nach dem Motto Siegen oder Fliegen. Für die Eisbären kam es darauf an, den verpassten Matchball schnell aus dem Kopf zu bekommen.

Es ging gleich „gut“ los für die Eisbären. Es war noch nicht einmal eine Minute gespielt, da kassierte Lean Bergmann eine Strafe wegen eines Check gegen Kopf und Nacken des Gegners. Daraus resultierten drei Riesengelegenheiten für die Gäste. Sie wollten den Schwung aus dem fünften Spiel nutzen. Die Eisbären kamen in dieser Phase nur zu einem einzige Torschuss, den Henrik Haukeland abwehren konnte. Sie taten sich schwer in das Spiel zu kommen. Die Führung für Straubing schien nur eine Frage der Zeit zu sein. Bei den Eisbären war der Spielaufbau viel zu ungenau. Das bis zum Powerbreak torlos stand, war glücklich aus Sicht der Eisbären. Sie ließen sich das Spiel der Straubinger aufzwängen. Da bewahrheitete sich zunächst die alte Playoff-Weisheit vom letzten Sieg.

Nach zehn Minuten hatten die Eisbären eine Powerplay-Chance. Justin Scott musste für Straubing auf die Strafbank. Das Überzahlspiel ergab eine Chance bevor Scott die Strafbank verlassen konnte. Ein weiteres Powerplay verstrich wieder ohne Ergebnis. Es drängte sich bei der Betrachtung des Spiels der Eisbären der Eindruck auf, die Eisbären sind nicht oder noch nicht bereit für dieses Spiel. So kam es wie es kommen musste, Straubing ging in der 17. Minute in Führung. Es war ein Alleingang von Marcel Brandt. Nur 53 Sekunden später stand es 1:1. Der Treffer von Yannick Veilleux glich einer Kopie des Treffers zuvor. Der Stürmer konnte jeweils den Torhüter mit einer geschickten Finte ausspielen. In der Schlussminute des Anfangsdrittels gingen die Eisbären in Führung. Der Puck rutschte unter Haukeland irgendwie ins Tor. Andreas Eder war der Absender. Bis zur 17. Spielminute hätte wohl niemand in der Halle oder vor den Fernseher diesen Zwischenstand erwartet.

Der Gästeblock war erneut gut gefüllt. In der 23. Spielminute knallte Adam Smith den Puck mit gemessenen 123 km/h in die Maschen und der Zwischenstand von 3:1 kam auf den Videowürfel. Die Gäste mussten jetzt alles oder nichts spielen. In der 26. Minute saß Andy Eder auf der Strafbank und kurz vor Ablauf der Strafe knallte Nicolas Halloran den Puck aus dem Hinterhalt in das Gehäuse. In der 29. Minute wäre den Gästen fast der Ausgleich geglückt. Er fiel dann doch in 30. Minute, da rutschte der Puck nach einem Schuss von Adrian Klein ins Tor der Eisbären. Da war er verspielt, der schöne Vorsprung und die Gäste wieder oben auf. Das Ergebnis entsprach jetzt dem Spielverlauf etwas mehr. Die Eisbären waren besser im Spiel und die Gäste steckten nicht auf. Die Nerven wurden arg strapaziert. Wem jetzt der nächste Treffer gelingt, der hatte einen kleinen psychologischen Vorteil. Von der Strafbank wegbleiben und das Momentum wieder auf seine Seite ziehen. Das Spiel war in der Schlussphase des Mittelabschnitts jetzt ausgeglichen. Bedingungsloser Kampf, erst verhindert Jonas Stettmer zweimal hintereinander eine Riesenmöglichkeit für die Tigers und dann die große Ronning-Show. Er findet keine Anspielstation und haut das Ding am kurzen Pfosten an Haukeland vorbei. Der Goalie hatte ein bisschen zu viel Platz zwischen Torpfosten und seiner rechten Schulter gelassen und genau da passte der Puck durch. Eine freche Aktion, die Tigers bemühten sich um eine Antwort, wenigstens wieder der Ausgleich bis zu letzten regulären Drittelpause. Er gelang nicht, wie in der Schlussphase des ersten Drittels, erzielten die Eisbären kurz vor die Sirene einen weiteren Treffer.

In der 44. Minute vergab der frisch von der Strafbank zurückgekommene Jean-Sebastian Dea einen Matchball für dieses Spiel. Sein Schuss ging an den Pfosten. Es waren zu diesem Zeitpunkt noch 14 Minuten zu spielen, eine Ewigkeit im Eishockey. Es musste der Puck kontrolliert werden und die Uhr am Laufen gehalten werden. Das Drama konnte seinen Lauf nehmen. Wieder eine Strafzeit gegen die Eisbären, Markus Niemeläinen wegen Beinstellens auf der Strafbank und dieses Mal nutzten die Tigers ihre Chance. Tim Fleischer vollendete zum 4:5 aus Sicht der Gäste. Der knappste aller Vorsprünge jetzt hatten die Eisbären ein Powerplay und machten leider nichts daraus. Es ging mehrfach ein oooh… und achh… durch die Halle. Erst Lattenschuss für Straubing, im Gegenzug die Eisbären und knapp daneben. Drama, Drama und noch konnte die Uhr nicht viel helfen. Es ging rauf und runter. Exakt drei Minuten vor dem Ende, nach einem Iceing der Eisbären nahm Straubings Trainer eine Auszeit und zog den Goalie. Das Tor, der Treffer gelang den Tigers in der 58. Minute. Torschütze war Nicolas Halloran. Das 5:5 war gefallen. Es gab Verlängerung, der Eishockeygott wollte sie weiter kämpfen sehen.

Die Eisbären konnten die Overtime für 47 Sekunden in Überzahl beginnen. Bevor weiter gekämpft bzw. gespielt wurden konnte, mussten die Eismeister zusätzlich auf die Fläche. Daraus Kapital zu schlagen misslang. Wer hat die zusätzliche Kraft? Es waren die Eisbären. Nach zahlreichen Chancen hüben und drüben war es Markus Vikingstad mit dem entscheidenden Treffer zum Halbfinaleinzug. Der Treffer wurde glänzend vorbereitet von Lean Bergmann. Er zog mit dem Puck hinter das Tor und sah, dass sein Sturmpartner völlig frei, zentral im Slot stand. Sie hatten einen Tropfen mehr in Tank die Eisbären aus Berlin. Das Berlin-Trauma oder auch das Stettmer-Trauma (in Straubing geboren) der Tigers hält weiter an.

Eine erwartet hart umkämpfte Serie gewinnen die Eisbären. Wie so oft haben die Kleinigkeiten entschieden die Serie entschieden. Ein sichtlich und verständlich enttäuschter Straubinger Trainer Craig Woodcroft gratulierte seinem Landsmann Serge Aubin zum Seriengewinn. Seiner Mannschaft bescheinigte er ein großes Kämpferherz. Dass zweimal ein Rückstand aufgeholt werden musste, hat wohl am Schluss zu viel Kraft gekostet. Jetzt muss die Saison analysiert werden und wir müssen schauen, was verbessert werden muss.

Serge Aubin betonte nochmals, dass die Tigers es den Eisbären sehr schwer gemacht haben. Heute war es ein wackliger Start, dann hat meine Mannschaft den Weg schließlich gefunden. Den kleinen, letztlich ausschlaggebenden Unterschied gab wohl das Penalty killing. Einen Ausblick auf den kommenden Gegner im Halbfinale gab er auf Nachfrage auch. Köln hat jetzt einen herausragenden Kader und die souveränen Siege aus dem letzten Jahr zählen nichts mehr. Die Frage, ob der herausragend in der Serie agierende Goalie Jonas Stettmer auch als Starter in die Halbfinalserie geht, ließ er offen. Jake Hildebrand hat seine Verletzung überwunden und saß in Berlin bereits wieder auf der Bank.

Hans-Peter Becker

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Fotos: Stephan Wenske

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Stettmer (Hildebrand; Neiße) – Müller, Wissmann (C); Mik, Lancaster; Niemeläinen, Smith; Kretzschmar – Tiffels (A), Pföderl, Ronning; Kirk, Eder, Dea; Veilleux (A), Vikingstad, Bergmann; Hördler, Wiederer, Nieleck – Trainer: Serge Aubin       

Straubing Tigers: Haukeland (Bugl; Wieber) – Brandt, Zimmermann; Beaudin, Green; Klein, Merkley; Seidl – Hede, Leonhardt, Madden; Connolly, Loibl, Halloran; Varejcka, Scott, Fleischer; McKenzie, Brunnhuber, Allison –Trainer: Craig Woodcroft

Tore
0:1 – 16:19 – Brandt (McKenzie) – EQ
1:1 – 17:12 – Veilleux (Bergmann, Wissmann) – EQ
2:1 – 19:35 – Eder (Vikingstad) – EQ
3:1 – 22:05 – Smith (Ronning, Tiffels) – EQ
3:2 – 27:38 – Halloran (Merkley, Brandt) – PP1
3:3 – 29:15 – Klein (Connolly, Loibl) – EQ
4:3 – 36:19 – Ronning (Pföderl, Wissmann) – EQ
5:3 – 39:52 – Müller (Ronning) – EQ  
5:4 – 48:47 – Fleischer (Hede, Merkley) – PP1
5:5 – 58:47 – Halloran (Merkley, Leonhardt) – 6-5
6:5 – 76:30 – Vikingstad (Bergmann, Smith) – EQ

Strafen
Eisbären Berlin: 6 (2, 2, 2, 0) Minuten – Straubing Tigers: 10 (6, 0, 4, 0) Minuten 

Schiedsrichter

Andre Schrader, Jackson Kozari (Maksim Cepik, Tobias Schwenk)

Zuschauer
14.022

Eisbären holen den dritten Sieg gegen Straubing

DEL Saison 2025/26

Playoff-Viertelfinale Spiel 4

31.03.2026 19:30 Uhr Uber-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Straubing Tigers 2:1 (2:0/0:0/0:1)

Serienstand (best of seven) 3:1

Wer hätte damit gerechnet, dass die Eisbären nach dem total verpatzten Start in die Viertelfinalserie in das zweite Heimspiel mit einer knappen Führung Serienführung gehen konnten. Erster Matchball oder eine „best of three“ Serie standen zur Debatte.

Straubings Trainer Craig Woodcroft hatte seine Reihen, bis auf seine Paradereihe um Center Tyler Madden gehörig durcheinander gewirbelt. Bei den Eisbären war Markus Niemläinen, ein frisch gebackener Vater, wieder dabei. Neu im Kader war Lennard Nieleck, dafür musste Jean-Sebastian Dea auf die Tribüne. Straubing kam mit gehöriger Wut auf das Eis in Berlin. Mit allen erlaubten Mitteln, bis an die Grenze des Möglichen, sollten die Eisbären beeindruckt werden. Sie hatten einige gute Möglichkeiten die Tigers, Jonas Stettmer sehr früh gefährlichen Puckkontakt. Da Straubing auch mit Härte beeindrucken wollte, hagelte es insgesamt 18 Strafminuten und es hieß das Urteil immer, Härte.

Trotzdem gehörte das Anfangsdrittel den Eisbären. In der 6. und in der 10. Minute schlugen sie zu. Erst war es Marcel Noebels der den Puck versenkte und im Powerplay vollendete Ty Ronning eine tolle Kombination. Der Puck lief über Kai Wissmann zu Liam Kirk und Ronning vollendete. Hielt genau im richtigen Moment den Schläger hin. Bange Schlussminuten, Markus Vikinstad kassierte vier Minuten Strafzeit und diese Unterzahl überstanden sie schadlos.

Es war anzunehmen, dass es in der Kabine der Gäste etwas lauter als sonst zugegangen sein muss. Auf der Uhr war noch genug Zeit. Hatten sie noch was im Köcher gegen die sehr abgezockt wirkenden Eisbären? Eine Chance in Überzahl ließen die Eisbären ungenutzt ab der 35. Spielminute. Nur drei Minuten später saß Ty Ronning auf der Sünderbank und die Gäste machten es auch nicht besser. Die Führung hielt bis zum Powerbreak. Die Gäste hatten im Mittelabschnitt verständlicherweise mehr Puckbesitz. Gefährliche Konter setzten die Eisbären dagegen. Eine Riesenchance verpasste Leonard Pföderl, der über einen Querpass von Ronning säbelte. Da sich der Mittelabschnitt seinem Ende näherte, wäre das dritte Tor für die Eisbären eine Vorentscheidung gewesen. Eine Riesenchance vergab Lean Bergmann in der 36. Minute, seinen Alleingang entschärfte Henrik Haukeland. Es entstand ein bisschen der Eindruck, dass beide sich gegenseitig gut beobachtet hatten. Genau 46 Sekunden vor dem Ende vergaben die Eisbären erneut eine Großchance. So verging dieses Drittel torlos.

Im Schlussabschnitt stellte sich die Frage, rächen sich die im Mittelabschnitt vergebenen Chancen. Ein Tor für die Gäste könnte das berühmte Momentum kippen lassen, nur verwalten ist gefährlich. In der 44. Minute ließen die Eisbären erneut die Vorentscheidung liegen. Es konnte jetzt konstatiert werden, dass die Eisbären mit dieser Großzügigkeit Straubing im Spiel hielt, es war gefährlich, sich nur auf das Verteidigen, Großtaten von Jonas Stettmer und die ablaufende Uhr zu verlassen.

Elf Minuten vor dem Ende wurde es dann richtig spannend. Ty Ronning musste wegen eines Stockchecks auf die Sünderbank. Die zwei Minuten wurden heiß, die Halle half lautstark mit. Als kurz nach Ablauf der Strafe der Puck endlich im Tor war, wurde nach langer Sichtung der Videobilder entschieden, dass Haukeland den Puck wohl knapp vorher gesichert hatte. Die Entscheidung auf dem Eis hatte bestand. Es blieb beim Zwischenstand von 2:0 für die Eisbären. Der Eisbärengoalie hielt und hielt, verdiente sich mehrfach Zwischenapplaus, während Haukeland umso weniger zu tun hatte. In 55. Minute gab es dreimal hintereinander Iceing für Straubing. Es wurde immer weniger Puckbesitz für die Eisbären. Bereits fünf Minuten und etwas mehr vor dem Ende der regulären Spielzeit zog Straubing den Goalie. Der Vorsprung hielt bis in die beiden letzten Spielminuten. Die Auszeit nahm Straubings Trainer 90 Sekunden vor dem Ende. Das Tor gelang den Gästen exakt bei 00:59’4. Tyler Madden war der Torschütze. Ein Schuss in das leere Tor misslang, ebenso wie der letzte Schuss auf das Tor von Stettmer. Der Matchpuck liegt jetzt bei den Eisbären.

Hans-Peter Becker

Avatar von Hans-Peter Becker

Foto: Stephan Wenske

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Stettmer (Neiße; Wolter) – Müller, Wissmann (C); Niemeläinen, Mik; Kretzschmar, Smith; Nieleck – Tiffels (A), Kirk, Pföderl; Noebels, Eder, Ronning; Veilleux (A), Vikingstad, Bergmann; Hördler, Wiederer, Lancaster – Trainer: Serge Aubin       

Straubing Tigers: Haukeland (Bugl; Wieber) – Brandt, Zimmermann; Beaudin, Green; Klein, Merkley; Seidl – Hede, Madden, Halloran; Connolly, Loibl, Allison; Varejcka, Brunnhuber, Fleischer; McKenzie, Scott, Leonhardt – Trainer: Craig Woodcroft

Tore
1:0 – 05:09 – Noebels (Ronning, Niemeläinen) – EQ
2:0 – 09:50 – Ronning (Kirk, Wissmann) – PP1 2:1 – 60:00 – Madden (Halloran, Merkley) – EQ

Strafen
Eisbären Berlin: 18 (12, 4, 2) Minuten – Straubing Tigers: 12 (8, 4, 0) Minuten 

Schiedsrichter

Andris Ansons, Ghislain Hebert (Wayne Gerth, Vincent Brüggemann)

Zuschauer
14.200

Eine Kutte macht das Rennen – Preisträger stehen fest

Titelbild: Jurorin Almut Schult (links) während der Gala

Der Abschlussabend am Montag, 30.03.2026, dieser Woche brachte beim 11mm Fußball-Filmfestival Spannung ins Spiel. Während der „Shortkicks Gala“ wurden auch die Preise des Festivals verkündet und zum Teil übergeben. Wer sollte wohl der Preisträger-Film der Jury sein? Es wurde Rise & Fall of 1860 München. Eine Dokumentation über den einstigen Bundesliga-Meister der 60er-Jahre. Den Preis der jungen Jury erhielt ebenfalls eine Dokumentation. „Sapir“ heißt sie. Der Name einer Transschiedsrichterin, die ihren Weg gegen Widerstände gehen muss. Gewinner beim Publikumspreis ist: 360 Pieces. Hier geht es um die ungewöhnliche Suche nach einem letzten fehlenden Teil in einem fußballbezogenen Puzzle.

Unter den sechs konkurrierenden Filmen für den besten Kurzfilm des Jahres setzte sich durch die finale Entscheidung der Jurorin Almut Schult der in vieler Hinsicht ungewöhnlichste Beitrag knapp durch. „Kutte“, fand auch die frühere National-Torwartin Schult, war einfach ein von Anfang bis Ende sich gut und humorvoll steigerndes filmisches Erlebnis. Eine auf einem Offenbacher Flohmarkt erstandene alte Fußball-Kutte eines Anhängers von Darmstadt 98 wird einem Experten nach dem anderen vorgestellt, um sich dem früheren Besitzer durch Informationsaustausch vielleicht anzunähern. Vermutlich handelt es sich um eine sogenannte Raubkutte.

Zu Wort kommen Kutte tragende Metal-, Biker- und Fußballfans. Aufgelöst wurde das Geheimnis und die Frage nach dem Besitzer in dem 15-minütigem Streifen nicht. Dafür hat man nach dem Screening jede Menge Einblick in diverse Subkulturen bekommen. Wichtige Aufklärung für alle, die es noch nicht wissen: Die Kutte wird nie gewaschen. Die Regisseurin Sylvie Hohlbaum konnte kurz nach der Entscheidung ihr Glück am Telefon kaum fassen, dankte den Juroren und dem Berliner Publikum.

Gisa Flake (Mitte) umrahmt von Birger Schmidt und Frank Albers von der Festivalleitung

Seinen Höhepunkt und Abschluss verdankt das Festival einer weiteren Jurorin, der Schauspielerin, Kabarettistin und Sängerin Gisa Flake. Der Abgesang der Anhängerin von Eintracht Braunschweig mit dem inbrünstig und solo vorgetragenen Song „You‘ ll never walk alone“ ließ das Publikum jubeln.

Text und Fotos: Frank Toebs

Volleyball Sparda 2. Bundesliga Pro Damen: BBSC Berlin mit versöhnlichem Heimspielabschluss

BBSC Berlin – TV Hörde 3:1 (24, -19, 14, 23)

Mit einem 3:1 Heimsieg gegen den TV Hörde verabschiedete sich der BBSC in dieser Saison von dem Heimspiel-Publikum. Es folgen nur noch zwei Auswärtsspiele.

Der BBSC trat am Samstagnachmittag, 28. März 2026, mit leicht veränderter Mannschaftsaufstellung im Spiel gegen den TV Hörde auf das Spielfeld. In den ersten beiden Sätzen schenkte Trainerin Katharina Kummer im Zuspiel Romy Birnbaum und durchgängig auf dem Liberoposten Angelina Meyer das Vertrauen. Auf den Außenpositionen agierten Paula Reinisch und Alina Gottlebe-Fröhlich. Annalena Grätz und Melani Ligacheva kamen nur zu Kurzeinsätzen auf das Feld.

Der 1. Satz sah zwei gleichstarke Mannschaften, die verbissen um die Punkte kämpften, und der BBSC am Ende den entscheidenden Punch setzte. Den Beginn des 2. Satzes gestalteten die Gäste aus Dortmund erfolgreich und setzten sich mit 8:13 in Führung, nachfolgend fuhren sie den Satz nach Hause. Der BBSC hatte hier zum Satzbeginn einige Ungenauigkeiten zu viel gezeigt, dass reichte gegen die kampfstarken Hörder nicht. Umgekehrtes Bild ab Satz 3: Trainerin Kummer wechselte im Mittelblock, Diagonal und im Zuspiel durch und mit frischem Zug wurden die Gäste in den ersten Minuten des Satzes kalt erwischt und lagen schnell 9:4 zurück. Der klare Satzgewinn sprach für die Dominanz der Berlinerinnen. Damit war es schnell vorbei, als der 4. Satz angepfiffen wurde. Das Spiel wogte hin und her, ehe die Gastgeberinnen glücklich und verdient den Heimsieg feiern konnten.

Letztendlich war der Sieg eine geschlossene Mannschaftsleistung, getragen von viel Energie und dem Willen, das letzte Heimspiel unbedingt für sich zu entscheiden.

Katharina Kummer lobte ihr Team; „Die Mädels haben sich für die gezeigte Leistung belohnt. Auch wenn wir an der einen oder anderen Stelle wieder unsere typischen Tiefen hatten, haben die Mädels es diesmal geschafft, sich schneller wieder aus dem „Loch“ herauszuholen.“

Die MVP Medaillen wurden den beiden jungen Mittelblockerinnen Emma Neukirchen (19 – Hörde) und Hanna Lengkey (18 – BBSC) überreicht, die mit einer überragenden Angriffsquote überzeugten. Neukirchen erzielte insgesamt 19 Punkte für die Statistik, auf Berliner Seite erzielte zwar Paula Reinisch mit 17 Treffern die meisten Punkte, aber Lengkey hatte in den zwei Sätzen ihres Einsatzes 10 Punkte für die Statistik eingebracht.

Für den BBSC geht es im nächsten Spiel am 11. April auswärts gegen Grimma.

Für den BBSC am Wochenende im Einsatz: Sophia Minlend, Noelani Kleiner, Sarah Nur Kayadibi, Romy Birnbaum, Paula Reinisch, Anna-Lena Vogel, Annalena Grätz, Angelina Meyer, Maja Pahlke, Hanna Christin Lengkey, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Luz Götte, Melani Ligacheva

Burkhard Kroll/BBSC

Mit „Tiger“ und „King“ beim 11mm Fußball-Filmfestival

Ein Festival nur für den Fußball im Film. Bereits zum 21. Mal begann am Donnerstag vergangener Woche (19.03 – 22.03.2026) das 11mm Fußball-Filmfestival. Im Kino Colosseum lief der Eröffnungsfilm „Ein Sommer in Italien – WM 1990“. Ein Beginn vor ausverkauftem Haus, mit einem Film, der allerdings bereits in den Programmkinos angelaufen war. Festivalleiter Birger Schmidt, fand es schade, dass zwei Weltmeister aus Berlin, Thomas Häßler und Pierre Littbarski nicht dabei sein konnten: „Littbarski hatte einen anderen wichtigen Termin, Häßler war erkrankt.“

Viel Spaß brachte dem Publikum dann als vollwertiger Ersatz der „Tiger“ Hermann Gerland, jahrelang Trainer und Co-Trainer auch bei Bayern München. Ebenso den Älteren noch als knorriger Abwehrspieler beim VFL Bochum bekannt. Der Entdecker und Förderer von späteren Nationalspielern wie Thomas Müller und Mats Hummels stellte sich sowohl am Donnerstag als auch am Freitag den Fragen seiner Interviewpartner. Einiges hatte er schon oft ähnlich woanders erzählt. Ein emotionaler Höhepunkt des Festivals mit Anekdoten – auch aus dem Privatleben – des „Tigers“, der nach Meinung seiner Frau zu Hause ein braver Kater sein soll, war die Dokumentation mit dem Special Guest Gerland wohl für alle Besucher. Sub-Titel: Der Letzte Seiner Art. Einer der Regisseure: Jonas Hummels, Bruder des bekannteren Fußballers.

Bekannt in Berlin ist bei Hertha-Anhängern immer noch Karl-Heinz („Ellis“) Granitza. Der stellte am Sonntagnachmittag sein mit dem Journalisten Stefan Hermanns geschriebenes Buch „King Karl“ vor. Seinen Erfolg in den USA als Profifußballer, aber auch seine zweimalige Insolvenz hat er dabei nicht verschwiegen. Man hätte die beiden Ex-Bundesliga-Spieler gern im Talkshow-Stil sich verbale Bälle zuspielen gesehen und gehört. Gerland war am Sonntag leider nicht mehr dabei.

Karl Heinz Granitza (Ellis) stellte sein Buch „King Karl“ vor

Ein mit wenig finanziellen Mitteln selbstproduzierter Film von Paul Gredig über die Dorfmannschaft vom SV Todesfelde aus Schleswig-Holstein machte trotz etwas Wiederholung bei der Vorstellung der Protagonisten, richtig Spaß. Für die Vorstellung am Samstag, 21.03.2026, hatten sogar die Todesfelder-Vorstandsmitglieder das Spiel ihrer Mannschaft am selben Tag in der Oberliga gern verpasst, waren nach Berlin gefahren.

Am Montag läuft die traditionelle Abschiedspartie mit den 11mm-Shortkicks. Hier werden auch die Gewinner mit dem Jury-Preis, dem des Publikums und eben dem Kurzfilmpreis (nach der Wahl durch Jury und Publikum) ausgezeichnet. Bis dahin werden die Zuschauer Gelegenheit gehabt haben, bis zu 40 Filme zu bewerten. Etwa 1500 Schüler und Schülerinnen werden beim Schulklassen Screening dabei gewesen sein. Das Ganze hat – bei gleichbleibenden, aber noch zu wenigen Sponsoren – schon längst einen Umfang erreicht, der in der Bewältigung erstaunlich anmutet.

Frank Toebs

Fotos: © Frank Toebs

BR Volleys – Wichtiger Auftaktsieg im Playoff-Derby

Zum großen Playoff-Auftakt und ersten Spiel der Viertelfinalserie begrüßten die BR Volleys am Samstag, 28.03.2026, die Energiequelle Netzhoppers Königs Wusterhausen vor 4.290 Zuschauern. Den Gastgebern gelang mit einem 3:0-Sieg (25:23, 26:24, 25:20) im Berlin-Brandenburg-Derby der erste wichtige Schritt in Richtung Halbfinale. Für MVP Florian Krage-Brewitz und sein Team geht es am Karfreitag nach Königs Wusterhausen zu Spiel zwei. In der Paul-Dinter-Halle wird sich entscheiden, ob die Serie ein drittes Match bekommt oder die Berliner auf direktem Weg ins Halbfinale marschieren. So oder so, auf ein weiteres Heimspiel dürfen sich die Fans schon jetzt freuen.

Headcoach Alexandre Leal setzte zum Playoff-Auftakt auf die bewährte Startformation, zudem kehrte Moritz Reichert nach Außenbandriss früher als erwartet in den Kader zurück. Die Gäste erwischten mit Timmermann am Aufschlag den besseren Start (2:5), doch die Berliner fanden allmählich ihren Rhythmus. Vor allem Ruben Schott übernahm Verantwortung und glich aus (9:9). Nach einem wuchtigen Angriff von Jake Hanes reagierte Gästetrainer Liam Sketcher mit der ersten Auszeit (13:11). Zur Satzmitte dominierten die Gastgeber zunehmend das Spiel. Neben Hanes setzte auch Matthew Knigge wichtige Akzente im Angriff (17:13), was Sketcher zur nächsten Auszeit zwang. In der Schlussphase wurde es noch einmal eng: Zwei Aufschlagpunkte des starken Timmermann sorgten für Spannung (23:22). Doch in den entscheidenden Momenten blieb Berlin konsequent. Jake Hanes half seinen Nebenmännern sogar in der Annahme und verwandelte den Satzball (25:23).

Mit Rückenwind und unveränderter Startaufstellung gingen die BR Volleys in Durchgang zwei und übernahmen diesmal früh die Kontrolle. Vor allem im Block und Angriff präsentierten sich die Berliner jetzt zielstrebig (7:3, 9:5). Zur Satzmitte kämpften sich die Netzhoppers jedoch wieder zurück und glichen aus (17:17), ehe sich ein offener Schlagabtausch entwickelte (20:20). In der entscheidenden Phase hatte Nolan Flexens Aufschlag Wirkung (23:22) und nachdem der erste Satzball noch abgewehrt wurde, machte Fedor Ivanov mit einem Block den Sack zu (26:24). Auch im dritten Spielabschnitt vertraute Leal seiner Formation und Diagonalangreifer Hanes gab direkt mit einem wuchtigen Aufschlag (127 km/h) ein klares Signal (3:1). Wenig später legte Florian Krage-Brewitz im Angriff nach (5:2). Die Berliner hielten nun den Druck hoch und ließen die Gäste zunächst nicht näher herankommen. Ivanov führte sein Team umsichtig und setzte die Angreifer gezielt in Szene (14:9). Dass diese Serie aber bei weitem kein Selbstläufer wird, zeigten die Gäste abermals (20:18). Wie bereits zuvor verstärkte Simon Plaskie in der Schlussphase die Annahme (21:19). Der Schlusspunkt gehörte erneut Hanes, der nach Fußrettung seines Kapitäns den Matchball verwandelte (25:20). Zum MVP der Partie wurde Florian Krage-Brewitz gewählt, auf dessen Konto drei Blocks gingen.

So ist der Anfang in der „best of three“-Serie gemacht, doch wie zu erwarten war, erwiesen sich die Brandenburger Gäste schon in der Max-Schmeling-Halle als harte Nuss. Haben die Netzhoppers den Heimvorteil im Rücken, wird es noch schwerer für den Deutschen Meister, die Serie zu entscheiden. Das ist aber das klare Ziel, um einen Showdown in eigener Arena zu umgehen (07. Apr um 19.30 Uhr) und sich stattdessen auf das mögliche Halbfinale (11. Apr um 18.00 Uhr) freuen zu können.

Stimmen zum Spiel
Matthew Knigge: „Beim ersten Spiel der Playoffs sind wir natürlich alle etwas nervös und aufgeregt. Es ist nochmal ein anderer Druck als in der Hauptrunde. Man hat es uns definitiv in allen Sätzen angemerkt, aber am Ende war der Sieg wichtig. Die Fans haben uns reichlich Energie gegeben. Die Netzhoppers haben es uns schwer gemacht heute und einen wirklich guten Job gemacht, das Spiel eng zu halten. Ich freue mich jetzt auf das Rückspiel in Königs Wusterhausen und hoffe natürlich, dass wir dort ins Halbfinale einziehen können.“

Fedor Ivanov: „Ich bin zuerst einmal glücklich über den Sieg. An der Art und Weise können wir arbeiten. Ich bin sicher, wir können es einfach noch besser. Wir hatten die Netzhoppers zeitweise unter Kontrolle, aber im ersten und zweiten Satz wurde es trotzdem sehr eng. Wir hätten das besser managen müssen, wie uns das im dritten Satz gelungen ist. Die Netzhoppers haben sehr gut aufschlagen und werden in ihrer Halle bestimmt noch eine Schippe drauflegen. Darauf müssen und werden wir eingestellt sein.“

BR Volleys Formation
Nolan Flexen + Ruben Schott (AA), Florian Krage-Brewitz + Matthew Knigge (MB), Fedor Ivanov (Z), Jake Hanes (D) und Kyle Dagostino (L) | Eingewechselt: Simon Plaskie

Bestwerte
Hanes 16 Punkte, 2 Blocks | Flexen 10 Punkte, 2 Asse | Knigge 8 Punkte 100% Angriff, 2 Blocks

Christof Bernier/BR Volleys

Credit: Pressefoto Gora

Sieg in Spiel 2 – Eisbären gleichen Serie aus

DEL Saison 2025/26

Playoff-Viertelfinale Spiel 2

27.03.2026 19:30 Uhr Uber-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Straubing Tigers 2:1 (1:1/1:0/0:0)

Serienstand (best of seven) 1:1

Was war das für ein Playoff-Auftakt für die Eisbären Berlin, das Spiel 1 in Straubing ging bereits nach 116 Sekunden verloren. Mehr Zeit benötigten die Straubinger nicht, um mit 3:0 in Führung zu gehen. Schlimmer gings es wohl nimmer, egal es war nur eine Niederlage und könnte deren Zahl auf drei begrenzt werden, wäre das Halbfinale möglich.

In Spiel 2 der Serie wollten die Eisbären die Sache wieder gerade biegen, die erlittene Schmach aus der Ausrüstung schütteln. Drei schnelle Tore gelangen den Eisbären nicht. Es blieb torlos bis zum ersten Powerbreak. Die Gäste aus Niederbayern versuchten den Spielaufbau der Eisbären früh zu stören.

Die schwarze Scheibe ist ein wundersamer Kobold. In der 14. Minute konnte Ty Ronning eine Vorlage von Jonas Müller aus kürzester Distanz verwerten und Henrik Haukeland war geschlagen. Es wandelte sich der Charakter des Spiels komplett. Es hagelte Strafen, je 14 Minuten für Beide. Faustkämpfe brachten Liam Kirk und Lean Bergmann für fünf Minuten auf die Strafbank, Straubings Justin Scott schaffte es sogar zweimal zu boxen und verpasste 10 Minuten vom Spiel. Eine Unachtsamkeit von Kai Wissmann bescherte den Tigers in der 18. Minute den Ausgleich. Stefan Loibl war der Profiteur. Mit zwei Riesenchancen verpassten die Eisbären die erneute Führung. Mit dem Unentschieden ging es in die erste Drittelpause. Alles war wieder offen.

Ein sehr schnelles Tor gelang den Eisbären zum Drittelbeginn. Die 21. Spielminute war noch nicht vollendet, da hämmerte Ronning die Scheibe mit gemessenen 129 km/h in die Maschen. Es war ein Powerplay Tor. Keine Chance der Abwehr für Haukeland, gut die Sicht verdeckt und flach an der Schlägerseite vorbei. Es wurde ein Schlagabtausch mit kleinen Vorteilen für die Eisbären. Beide Goalies konnten sich beweisen. Weitgehend schienen auch alle Handgreiflichkeiten geklärt worden zu sein, es wurde Eishockey gespielt und leider von den Eisbären Chancenwucher betrieben. Ein Powerplay für die Gäste, neun Minuten vor dem Drittelende, konnte erfolgreich verteidigt werden, ebenso die knappe Führung.

Vor dem regulären Schlussdrittel bestätigte die Torschussstatistik die Ausgeglichenheit des Mittelabschnitts. Für Beide wurden 17 zu 17 Torschüsse angegeben. Die Torschussstatistik schraubten beide weiter in die Höhe. Eine unschöne Szene ereignete sich in der 45. Minute, Straubings Marcel Brandt rammte Moritz Kretschmar in die Bande, er bekam nach Ansicht der Videobilder dafür eine Strafe von fünf Minuten. Da auch Adam Smith wegen eines Kampfes auf die Strafbank musste, hatten die Eisbären anschließend eine dreiminütige Überzahl. Leider schwächten sich die Eisbären während dieser Überzahl selbst, Andreas Eder leistete sich einen Stockschlag und das bedeutet zwei Minuten. Die Spannung stieg und noch hielt die knappe Führung der Eisbären. Knapp 40 Sekunden Unterzahl, dann waren auch die Eisbären wieder komplett.

Der Chancenwucher hielt an, entweder Tor drei für die Eisbären oder gar Overtime. Einen Vorcheck von Straubing gab es nicht mehr, es ging um den entscheidenden Fehler oder ein Scheibenglück. Das Verteidigen klappte gut bei den Eisbären nur vor dem Haukeland-Tor gehorchte die Scheibe nicht so recht. Während der Crunchtime war spannender als in einer ganzen Tatortstaffel zusammen. Als der Straubinger Trainer die Auszeit nahm, zeigte die Spieluhr eine Minute und 48 Sekunden an. Die Eisbären versuchten die Tigers in ihrem eigenen Drittel zu halten. Das leere Tor wurde verfehlt und bei 57 Sekunden effektiv ging es weiter, Bully vom Mittelkreis und wieder nicht den Puck im verwaisten Tor untergebracht. Es hielt keinen mehr auf den Sitzen. Die letzte Unterbrechung erfolgte knapp 3 Sekunden vor dem Ende. Die Spielzeit wurde nochmals etwas zurückgestellt, auf 5,2 Sekunden. Es kam die Erlösung, die knappe Führung hielt tatsächlich und alle kamen pünktlich nach Hause.

Den Bandencheck von Brandt wird nach ersten Aussagen von der DEL weiter untersucht. In den Playoffs geht es hart zur Sache, die erforderlichen Siege sollten mit fairen Mitteln erkämpft werden. Straubings Verteidiger Marcel Brandt sammelte in der Hauptrunde bei 51 Spielen insgesamt 53 Strafminuten.

Hans-Peter Becker

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Foto: © Stephan Wenske

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Stettmer (Neiße; Wolter) – Müller, Wissmann (C); Mik, Lancaster; Kretzschmar, Smith – Tiffels (A), Kirk, Pföderl; Veilleux (A), Eder, Ronning; Noebels, Vikingstad, Dea; Hördler, Wiederer, Bergmann – Trainer: Serge Aubin       

Straubing Tigers: Haukeland (Bugl; Wieber) – Brandt, Leslie; Beaudin, Green; Klein, Merkley; Daschner – Hede, Madden, Halloran; Connolly, Leonhardt, Loibl; Varejcka, Brunnhuber, Fleischer; Scott, Melnick, Seidl – Trainer: Craig Woodcroft

Tore
1:0 – 13:40 – Ronning (Müller, Wissmann) – EQ
1:1 – 17:21 – Loibl (Connolly, Klein) – EQ
2:1 – 20:57 – Ronning (Wissmann, Tiffels) – PP1

Strafen
Eisbären Berlin: 17 (11, 2, 4) Minuten – Straubing Tigers: 18 (11, 2, 5) Minuten 

Schiedsrichter

Martin Frano, Jackson Kozari (Wayne Gerth, Kenneth Englisch)

Zuschauer
14.200

Eisbären starten in die Playoffs

Für die Eishockeyfans beginnt ihre wohl schönste Zeit während der Saison, vorausgesetzt, dass eigene Team ist dabei. Mit einem energischen Endspurt schafften es die Eisbären, noch Platz sechs in der Endabrechnung der Hauptrunde zu erreichen. Im heute, 24.03.2026, beginnenden Viertelfinale treffen die Eisbären auf den Dritten der Hauptrunde, die Straubing Tigers.

Es war für die Eisbären eine Hauptrunde, gekennzeichnet durch viel Verletzungspech. In einem Pressegespräch äußerte Eisbären-Sportdirektor Stephane Richer, dass er es so bisher nicht erlebt hat, fünf Spieler waren ständig verletzt. Leider sind auch zum Beginn Playoffs einige Verletzte zu beklagen.

Der Gegner aus Straubing gehörte zum Club der „Hunderter“ der Hauptrunde, 101 Punkte konnten erspielt werden. Die Eisbären brachten es auf 85. Allein daraus lässt sich schlussfolgern, dass der noch amtierende Meister nicht als Favorit in die Viertelfinalserie geht. Trotzdem werden die Eisbären alles versuchen, auch die nun bevorstehende 6. Playoff-Serie gegen die Tigers aus Straubing siegreich zu bestreiten. Eine Playoff-Serie haben die Berliner gegen Straubing stets als Gewinner beenden können. Die Straubinger Sturmreihen konnten 180 Tore erzielen, das war der drittbeste Wert in der Liga.

Worauf wird es ankommen, um das Viertelfinale gegen Straubing zu überstehen? Die in den letzten Spielen (fünf Siege in Folge) wiedergefundenen Eisbären DNA muss sich weiter fortsetzen. Es kommt darauf an, einfach zu spielen und möglichst viele Schüsse in Richtung gegnerisches Tor abzufeuern. Konstanz im Spiel wird wichtig sein und sollte das Momentum wechseln, muss es schnell wieder zu den eigenen Gunsten zurückerobert werden. Jeder geblockte Schuss und Konzentration auf die Kleinigkeiten werden wichtig. Das Ganze gepaart mit viel Disziplin, die Tür zur Strafbank sollte möglichst geschlossen bleiben.

Eine wichtige Position ist der Torhüter. Jonas Stettmer ist nach der Verletzung von Jake Hildebrand die unumstrittene Nummer. Er hat die Erfahrung, seine Konzentration über eine komplette Serie hochzuhalten. Erwartet wird eine enge Serie, die über komplette Distanz von sieben Spielen gehen könnte.

Es wurde viel Videomaterial ausgewertet, um den Gegner genau zu studieren. In der Hauptrunde beeindruckte die Tigers mit ihrem Forechecking. Darauf eine Antwort zu finden wird mitentscheidend für ein mögliches Weiterkommen sein. Ob es gelingt, entschiedet sich ab 19:30 Uhr in Spiel 1 der Serie im Eisstadion am Pulverturm in Straubing. Nur der Sieg zählt und deren vier erstreiten kann, zieht in das Halbfinale ein.

Hans-Peter Becker

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