DEL Saison 2025/26
51. Spieltag
13.03.2026 19:30 Uhr Uber-Arena Berlin
EHC Eisbären Berlin – Adler Mannheim 4:2 (1:2/2:0/1:0)
Im El Clásico der DEL ging es für beide um weitere, dringend benötigte Punkte. Am dringendsten für die Eisbären, die in einem energischen Endspurt die direkte Qualifikation für das Playoff-Viertelfinale anstreben. Die Pre-Playoffs sollen nach Möglichkeit vermieden werden. Der sechste Platz in der Schlusstabelle der Hauptrunde ist das Ziel. Die Mannheimer können noch den zweiten Tabellenplatz erreichen und würden so auf einen Qualifikanten aus den Pre-Playoffs treffen. Wäre die Tabelle vor Beginn des 50. Spieltages identisch mit der Schlusstabelle, würde sich Adler und Eisbär im Viertelfinale gleich wieder begegnen.
Die Eisbären feierten zuletzt, trotz einiger verletzter Spieler, drei Siege in Folge. Beim unangefochtenen Spitzenreiter, den Kölner Haien, wurden mit einem knappen 1:0 alle drei Punkte mitgenommen. Ein ähnlich knappes Ergebnis erwartete Stürmer Marcel Noebels in einem Interview vor dem Spiel. Zudem wurde von ihm ein Spiel auf hohem Niveau erwartet. Die Siegesserie im Rücken sollte dem Selbstbewusstsein förderlich sein.




Beide Teams konnten vier Sturm- und jeweils drei Verteidigungsreihen aufbieten. Bei den Adlern fehlten Kevin Bicker (Stürmer) Tom Kühnhackl (Stürmer) und Colin Schlenker (Stürmer). Bei den Eisbären ist die Verletztenliste mit sechs Ausfällen etwas länger. Es ging gleich in die berühmten Vollen, keine zehn Minuten waren gespielt und beide hatten bereits ihr Erfolgserlebnis. In der 7. Minute gingen die Eisbären durch Kapitän Kai Wissmann mit 1:0 in Führung, nach grandioser Vorarbeit durch Eric Hördler. Fast wäre in der 8. Minute das 2:0 gelungen, im Gegenzug schlugen die Gäste zu und stellten durch Justin Schütz die Partie wieder pari. In Führung gingen die Gäste in der 15. Minute durch den Adler Kapitän Marc Michaelis. Eine Überzahl der Eisbären fünf Minuten vor dem Ende ging erfolglos vorüber. Mit der knappen Gästeführung ging es in die erste Drittelpause. Bei beiden Gegentoren hatte Jonas Stettmer zunächst den Schuss abgewehrt, die Verteidiger bekamen die Rebounds nicht geklärt. Nach dem ersten Drittel lag Bremerhaven in Nürnberg mit 0:1 hinten.
Es ging hart zur Sache, blieb aber weitgehend im fairen Rahmen des Eishockeys. Die Pause schien den Eisbären gutgetan zu haben. Sie kamen mit neuem Mut aus der Kabine und konnten in der 24. Minute durch Yannick Veilleux ausgleichen. Die Eisbären drückten weiter, bekamen Oberwasser, so sah sich Ex-Eisbär Leon Gawanke wohl gezwungen einen Faustkampf mit Manuel Wiederer anzuzetteln. Unerklärlicherweise mussten beide für fünf Minuten von der Strafbank aus zusehen. Der Torschütze zum Ausgleich musste wegen eines Stockschlags seinem Mannschaftskameraden auf der Strafbank Gesellschaft leisten. Die Strafe für Veilleux war gerade abgelaufen, da erwischte es Marcel Noebels wegen Beinstellens. Es immer nicklicher, versteckte Fouls, leider fing das Clasico an, unter Unfairness zu leiden. Vier Minuten vor dem Ende musste Mannheims Nicolas Mattinen wegen eines hohen Stocks mit Verletzungsfolge für vier Minuten auf die Sünderbank. Diese Überzahl konnten die Eisbären nutzen und gingen in der 38. Minute erneut in Führung.
Mit Beginn des Schlussabschnitts drückten die Adler auf den Ausgleich. Das war nichts für schwache Nerven, etwas anderes konnte nicht erwartet werden. Hoffentlich bleibt alles im Rahmen eines Eishockeyspiels. In der letzten Drittelpause lobte Ty Ronning den Einsatz der Fans in der ausverkauften Arena. Diese Energie ist auf dem Eis spürbar, so seine Aussage.
Wer hat die bessere Idee? Bis zum obligaten Powerbreak gab es einen Chancenvorteil für die Eisbären, auf dem Scoreboard hatte sich aber nichts getan. Acht Minuten vor dem Drittelende hatten die Eisbären wieder eine Unterzahl zu überstehen, ihr Tor blieb sauber. Der Vorsprung hielt bis in die Schlussphase. Jonas Stettmer stand einige Mal im Mittelpunkt. Dallas Eakins nahm früh seinen Goalie vom Eis und da schlugen die Eisbären zu. Marcel Noebels traf ins leere Gehäuse, das sollte es gewesen sein. Die Eisbären empfangen am kommenden Sonntag, 15.03.2026, Red Bull München zum letzten Spiel der Hauptrunde.
Serge Aubin (Cheftrainer Eisbären Berlin): „Es war das erwartet umkämpfte Spiel. Meine Spieler haben heute eine gute Partie abgeliefert. Wir waren von Beginn bereit, haben unser Spiel einfach gehalten und konnten in Führung gehen. Wir sind auch an Mannheims Führung nicht zerbrochen. Wir sind ruhig geblieben, zurück ins Spiel gekommen und haben am Ende des Mittelabschnitts einen wichtigen Powerplaytreffer erzielt. Die Adler haben dann im Schlussdrittel auf den Ausgleich gedrückt. Jonas Stettmer hat aber stark gehalten. Ich bin stolz auf meine Mannschaft.“
Jonas Stettmer (Torhüter Eisbären Berlin): „Wir haben ein gutes Spiel abgeliefert. Ich kann mich nur bei meiner Mannschaft bedanken. Die Jungs haben super für mich gekämpft. Wir haben in den letzten Partien eine sehr gute Entwicklung genommen. Der heutige Sieg war sehr wichtig. Wir haben es weiterhin selbst in der Hand, die Hauptrunde auf Platz sechs abzuschließen. Jetzt gilt unser voller Fokus der Partie am Sonntag gegen München.“
Die Eisbären müssen ihr letztes Hauptrundenspiel gewinnen, um direkt in die Playoffs einzuziehen. Bremerhaven liegt vor dem letzten Spieltag zwei Punkte hinter den Eisbären und hat, während die Eisbären mit München einen harten Brocken zu bewältigen haben, Absteiger Dresden zu Gast.
Hans-Peter Becker
Fotos: Stephan Wenske
Spieldaten
Aufstellungen
Eisbären Berlin: Stettmer (Neiße) – Müller, Wissmann (C); Niemeläinen, Mik; Kretzschmar, Smith – Tiffels (A), Pföderl, Ronning; Noebels, Dea, Kirk; Veilleux (A), Vikingstad, Eder; Hördler, Wiederer, Lancaster – Trainer: Serge Aubin
Adler Mannheim: Franzreb (Willerscheid) – Renouf, Mattinen; Kälble, Gawanke; Gilmour, Kreü – Heim, Esposito, Plachta; Schütz, Michaelis, Ehl; Bennett, Solow, Greco; O’Donnell, Reichel, Proske – Trainer: Dallas Eakins
Tore
1:0 – 06:56 – Wissmann (Hördler, Müller) – EQ
1:1 – 08:14 – Schütz (Renouf, Ehl) – EQ
1:2 – 14:08 – Michaelis (Mattinen, O’Donnell) – EQ
2:2 – 23:43 – Veilleux (Müller, Vikingstad) – EQ
3:2 – 37:04 – Lancaster (Ronning, Kirk) – PP1
4:2 – 57:39 – Noebels – EN
Strafen
Eisbären Berlin: 15 (0, 9, 6) Minuten – Adler Mannheim: 15 (2, 9, 4) Minuten
Schiedsrichter
Andre Schrader, Martin Frano (Maksim Cepik, Vincent Brüggemann)
Zuschauer
14.200
neu !!! Bildergalerie (Stephan Wenske)

















