Torreicher Saisonabschluss im Fuchsbau – Füchse schlagen Flensburg 43:38

Die letzten Minuten des Spiels verliefen, als wären sie von einem Drehbuch-Autor erdacht. Zunächst rückte Torhüter Dejan Milosavljev mit einem gehaltenen Siebenmeter und zwei spektakulären Paraden (15 insgesamt) gegen frei werfende Flensburger in den Fokus. Kurz darauf setzte Lasse Andersson den Schlusspunkt zum 43:38-Endstand. Beide Spieler waren dann Mittelpunkt der Abschiedszeremonie. Neben Lukas Herburger und Nejc Cehte verlassen Andersson (geht in seine Heimat Dänemark) und Milosavljev (spielt künftig in Kielce) die Füchse. Beide erlebten diese emotionalen Minuten mit Tränen in den Augen. In den 60 Minuten zuvor hatten die 9.000 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle ein temporeiches und munteres Hin und Her von zwei Top-Teams der Bundesliga gesehen. Da die Tabellenkonstellation vor der Partie geklärt war – Berlin beendet die Saison als Zweiter, Flensburg auf Platz drei – konnten beide frei von taktischen Zwängen agieren. Die Füchse bezogen diese Freiheit zunächst auch auf ihre Abwehrarbeit. Die Folge war ein fünf-Tore-Rückstand – 5:10/11. Dank des überragenden Mathias Gidsel – 13 Tore in der ersten Hälfte – erreichten die Hausherren zunächst den erstmaligen Gleichstand – 18:18/26. und zur Pause ein zwei-Tore-Plus – 22:20/30. Diese Aufholjagd beeindruckte auch Trainer Nicolej Krickau: „Die Moral, dass wir uns von minus fünf zurückgekämpft haben, war stark. Mathias‘ erste Halbzeit war Wahnsinn und in der zweiten Halbzeit war unsere Abwehr besser“. 

Auf Basis dieser verbesserten Abwehr bauten die Gastgeber ihren Vorsprung schnell bis auf vier Treffer aus – 30:26/40. Die Flensburger jedoch hielten dagegen. Vor allem Simon Pytlick, ab Sommer 2027 ein „Fuchs“ erwies als zielsicherer Werfer. Am Ende war er mit elf Toren Bester seines Teams. Für eine kurze Spielphase konnten die Gäste noch mal einen Ergebnis-Gleichstand erreichen, bevor sich die Füchse in der Crunchtime den Sieg sicherten.

Herbert Schalling

Für die Füchse erfolgreich: Andersson (8), Lichtlein (2), Gidsel (18), Freihöfer (9/8), Langhoff (2), av Teigum (1), Marsenić (3).

Am kommenden Wochenende sind die Füchse beim Final Four der Champions League in Köln gefordert. Im Halbfinale (13.6., 15.00) treffen sie auf den frisch gekürten deutschen Meister SC Magdeburg.

„Kleiner Kindheitstraum“für Aufsteiger Kunstmann

Bereits bei der Saisonabschlussfeier der Berlin Recycling Volleys fiel sein Name und sorgte für Jubel unter den Fans: Louis Kunstmann wechselt zur kommenden Saison an die Spree und hat einen Vertrag für zwei Jahre beim Deutschen Rekordmeister unterschrieben. Der 25-jährige Neu-Nationalspieler legte nach seiner Rückkehr vom College ein starkes Jahr in der Bundesliga hin und hofft in den nächsten Monaten auf weitere Einsätze für die DVV-Auswahl, bevor das Abenteuer in der Hauptstadt für ihn startet.

Eine volle Arena, 6.000 Volleyballfans und ausgelassene Stimmung – für Louis Kunstmann hätte sein Länderspieldebüt beim Heimauftritt in Neu-Ulm kaum schöner sein können: „Es war eine tolle Atmosphäre und hat einfach riesig Spaß gemacht. Jeder in der Arena hatte eine gute Zeit“, berichtet der 2.05 Meter große Athlet vom Sieg gegen Frankreich, wo er den fünften Satz durchspielen durfte. „Ich war 2018 gegen Brasilien schon einmal im Kader, stand aber nicht auf dem Feld. Die offizielle Premiere jetzt war sehr schön. Das hat man erlebt und kann einem keiner mehr nehmen. Es ist auch ein Moment, wo man zurückblickt auf die Menge an Trainingsstunden, die man in den Sport gesteckt hat und sich so auszahlen.“ Zuletzt steckte Kunstmann diese Energie im Trikot des VfB Friedrichshafen in seine berufliche Leidenschaft, doch es war nicht seine erste Station in der Bundesliga. Bevor der Lockenschopf für fünf Jahre an der kanadischen University of Calgary Informatik studierte, zählte Louis zum Kader der United Volleys Frankfurt. Sein Heimatverein ist der TuS Kriftel, wo er wie Bruder Joscha (den es nun von Lüneburg nach Italien zieht) seine ersten Schritte machte.

Im Februar begegneten sich beide auf der größten Volleyballbühne Deutschlands. Beim Zoi DVV-Pokalfinale stand das Bruderduell stark im Fokus, letztlich ging es mit 3:2 an den jüngeren Joscha und die SVG. Trotzdem zieht der Ältere persönlich ein positives Fazit zu seiner Rückkehr in die Liga: „Es lief deutlich besser als gedacht. Ich konnte es selbst vor der Saison nicht so einschätzen. Schließlich hatte ich in Kanada die letzten drei Jahre kaum noch Mittelbock, eher Außenangriff und Diagonal gespielt. Jetzt habe ich fast alle Spiele gemacht, durfte Verantwortung übernehmen und bin schon auch stolz, dass sich dadurch die Option bot, nach Berlin zu gehen. Es ist auch ein kleiner Kindheitstraum für einen so großen Verein in Deutschland spielen zu dürfen und die Max-Schmeling-Halle als Heimhalle zu haben.“

Dass Kunstmann zu den besten Mittelblockern der Liga zählt, hat man bei den BR Volleys schnell registriert, wie Kaweh Niroomand erklärt: „Louis ist uns schon früh in der letzten Saison sehr positiv aufgefallen. Er passt perfekt in unser Anforderungsprofil für den Mittelblock. Ein immer noch junger, deutscher Spieler, der in allen Elementen schon gut ist und noch besser werden kann.“ Den Berliner Geschäftsführer freut, „dass er jetzt auch seine Chance in der Nationalmannschaft bekommt. Das hat Louis sich absolut verdient. Er ist ein aufgeräumter und zielstrebiger junger Mann, der sich hervorragend in unser neues Team einfügen wird. Wir sind von seiner Verpflichtung absolut überzeugt.“

Potenzial sieht der Gelobte auch selbst noch reichlich: „Ich glaube, der Block hat ganz gut funktioniert in der letzten Saison. Aber man kann sich immer in allen Elementen verbessern, zum Beispiel will ich im Angriff variabler werden.“ Am Aufschlag habe er bereits viel gearbeitet und zum Ende hin mit seinem Hybrid ein gutes Tool gefunden, das er ebenfalls weiter ausbauen möchte, um seinem zukünftigen Team zu helfen. „In Berlin wird vieles neu sein, Zuspieler, Diagonalangreifer. Daher wird es schon sehr spannend, wie gut wir als Mannschaft werden. Und die Konkurrenz schläft nicht. Ich vermute, im Mittel wird die Liga nicht schlechter.“ Ein erstes Ziel mit den BR Volleys, bei denen er sich unter anderem auf Daniel Malescha und Nolan Flexen freut, steht für Kunstmann auch schon fest: „Ich würde mit meiner Mannschaft sehr gern zum neuen Pokalfinale nach Köln. Das wäre eine wirklich coole Sache!“

Doch bevor er sich dieser Aufgabe widmet, hofft der Blockspieler in der Nationalmannschaft seine Rolle zu finden und in der Volleyball Nations League Einsatzzeit zu erhalten. Am Wochenende heben die DVV-Männer Richtung Ottawa (CAN) ab, wo man zum Auftakt am 11. Jun. 2026 um 1.30 Uhr (MEZ) auf die Gastgeber trifft.

Christof Bernier/BR Volleys

Frohnau will sich die Berlin-Liga unbedingt erhalten

Vor dem 33. Spieltag führten die Füchse Berlin die Tabelle der Berlin-Liga souverän mit 75 Punkten an und stehen als Aufsteiger in die Oberliga fest. Daran konnten nachträglich aberkannte Punkte nichts ändern.

Irritationen gab es, was den Einsatz gesperrter Spieler betraf. Das Problem beschrieb Frank Arlinghaus auf FuPa Berlin: „Im Spielbetrieb des Berliner Fußballverbandes zählen gelbe Karten aus Pokal- und Ligawettbewerben zusammen. Sprich: Wer sich beispielsweise unmittelbar vor einem Pokalspiel im Ligaspiel eine Gelbsperre einhandelt, muss diese im Pokalspiel absitzen. Andersrum genauso. Da der BFV hier anders als andere Landesverbände handelt, lassen sich die gelben Karten im System aber nicht richtig anzeigen. Dort werden Pokal und Liga klar getrennt. Den Überblick zu behalten, welcher Spieler wann wirklich gelbgesperrt ist, ist entsprechend umständlich. Und führte mehrfach zu Fehlern.“

Sechs Spiele wurden neu gewertet:

Türkspor – Empor | neue Wertung 0:2

Frohnau – Südwest | neue Wertung 0:2

Rudow – Türkspor | neue Wertung 0:2

Füchse – BW90 | neue Wertung 0:2

SpaKi – Staaken | neue Wertung 2:0

Berliner SC – Altglienicke II | 2:0

Während am Freiheitsweg im Norden Berlins nach Lage der Dinge in der kommenden Saison Oberliga-Fußball gespielt werden wird, hat der Frohnauer SC ganz andere Sorgen. Ebenfalls im Norden beheimatet wird am Poloplatz um den Klassenerhalt gebangt. Selbst der Relegationsplatz schien noch in Gefahr zu geraten. Erleichterung nach dem 33. Spieltag, das Auswärtsspiel bei Stern 1900 wurde mit 4:1 gewonnen. Drei wichtige Punkte waren auf dem Konto. Wie die Übersicht zeigt, wurde auch ein Spiel des Frohnauer SC mit 0:2 gewertet. Am letzten Spieltag empfängt die Mannschaft von Trainer Olaf Jahn den SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf. Für die Frohnauer geht dabei um alles, während Blau-Weiß mit aktuell 42 Punkten bereits gerettet ist.

Im Lager der Frohnauer stellen sie sich die Frage, wie konnten wir so in die Bredouille kommen. Am 28. Spieltag wurde mit 0:1 im Heimspiel gegen Fortuna Biesdorf verloren und eine Woche später wurde die Mannschaft mit einer 0:7 Schlappe von Altglienicke II wieder nach Hause geschickt. Das war desolat und Trainer Marvin Hinz verstand die Welt nicht mehr. In der Hinrunde wurden 22 Punkte geholt und Platz 10 in der Tabelle erobert. Der Vorstand reagierte und wechselte den Trainer. Olaf Jahn übernahm die Geschicke auf der Trainerbank. Das hatte Wirkung auf die Mannschaft. Sie gewann auswärts mit 4:0 bei den Spandauer Kickers. Und es folgte ein 1:1 beim TSV Rudow. Immerhin konnte der direkte Abstieg wohl vermieden werden.

An den beiden letzten Spieltagen muss auch der Rechenschieber bemüht werden. Lediglich der Steglitzer SC Stern 1900 kann sich nicht mehr retten. Für Polar Pinguin sieht es gleichfalls nicht günstig aus. Nach Punkten könnten sie sich auf den Relegationsplatz hocharbeiten, allerdings müssten sie, zwei siegreiche Spiele vorausgesetzt, ein Torverhältnis von minus 27 ins Positive drehen, ein wohl hoffnungsloses Unterfangen. Der Frohnauer SC hat eine negative Tordifferenz von minus 12.

Wenn es um den möglichen Relegationsplatz geht, richten sich die Blicke aus dem Norden vor allem auf den Süden. Die VSG Altglienicke könnte als momentaner Tabellensechzehnter noch vorbeiziehen. Sie haben mit nur einem Punkt Rückstand auf den SCF, ein Spiel weniger ausgetragen und ein besseres Torverhältnis (-5).

Christian Zschiedrich

Éric Dubois in Berlin

Der Nachfolger des in die Schweiz abgewanderten Serge Aubin hat sich in einer Presserunde vorgestellt. Éric Dubois hatte sichtlich seine Freude an diesem Termin. Als er im Sommer 2025 nach Ingolstadt als Assistent von Mark French wechselte, war sein Plan, länger in Bayern zu bleiben. Von 2016 bis 2025 war er als Assistenz-Coach für den Club Manitoba Moose in der American Hockey League unterwegs. In einem auf youtube zugänglichen Video erklärte er ausführlich seine Beweggründe nach Europa zu wechseln. Es geht ihm um neue Perspektiven und eine Horizonterweiterung. Dass ihm zwölf Monate später ein Angebot von den Eisbären Berlin erreichen wird, hatte er so nicht auf dem Schirm. Die Zusammenarbeit mit Mark French in Ingolstadt war auf eine längerfristige Perspektive angelegt.

Der Anruf aus Berlin war eine große Überraschung. Er weiß, dass der Schritt vom Assistent zum Chef ein großer ist. Bei den Eisbären folgt er auf einen der erfolgreichsten Trainer der Vereinsgeschichte. Unter seiner Führung soll schnelles, gut strukturiertes Eishockey gespielt werden. Eine Grundvoraussetzung ist dabei eine stabile Defensive. Ebenso wichtig ist ein gutes Führungsteam. Ein neuer Assistenz-Coach wird noch kommen und Andre Rankel zur Seite gestellt werden. Der Neue soll sich vor allem die Special-Teams kümmern, das Powerplay ist verbesserungswürdig.

Dubois ist ein anerkannter Eishockeyfachmann, seine bisherigen Verdienste liegen im Bereich der Entwicklung von Spielern, ihr Heranführen an die Profiteams. In dem Gespräch betonte er extra, sich immer als Lehrer gesehen zu haben und diese Rolle nie ganz loszuwerden. Als Trainer musste man hart aber immer fair sein. Die Spieler müssen sich ihre Rolle im Team und damit verbundene Eiszeiten verdienen.

Was die sportliche Leitung der Eisbären da plant, klingt, wenigstens ein bisschen, nach einem Experiment. Angesprochen darauf, dass es auch schiefgehen kann, zog Stephane Richer einen Vergleich zu Don Jackson. „Das war ja schließlich auch kein großer Name.“

Vor Eric Dubois steht eine große Herausforderung. Gedanken macht er sich über das erste Zusammentreffen mit der Mannschaft. Aus dem aktuellen Kader kennt er nur Yannik Veilleux aus der AHL. Er zitierte dabei den Spruch von der zweiten Chance, die man nie hat einen guten ersten Eindruck zu machen.

Beeindruckt ist er von der Arena und der Stimmung, die die Fans bei den Spielen verbreiten. Sie ist vergleichbar mit der NHL Arena in Winnipeg. In Ingolstadt war das eine Nummer kleiner. Hinter der Bande steht ein sympathischer Zeitgenosse, der hoffentlich Erfolg haben wird und eine längere Amtszeit in Berlin.

Text und Foto: Hans-Peter Becker

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Volleyball – Berliner Nachwuchs mit Höhen, aber auch Tiefen  

Drei Medaillen für Berlin: Obwohl man nicht ganz an die Erfolge des vergangenen Jahres anknüpfen konnte, steht für die Hauptstadt bei Deutschen Nachwuchsmeisterschaften 2026 erneut mehrfach Edelmetall zu Buche. Hatte es 2025 noch drei Finalteilnahmen in den vier Altersklassen gegeben, schaffte es diesmal allein die U20 des Berliner TSC ins Endspiel und gewann dort Gold. In der U14 teilten sich die SCC JUNIORS und der Berliner Volleyballverein Vorwärts die Bronzemedaillen. Die U16- und U18-Teams gingen gegen starke Konkurrenz leer aus.

Ein Video auf Instagram, veröffentlicht nach dem Triumph der U20 in Saarbrücken, hat schon jetzt Kult-Status. Co-Trainer Michael „Gussi“ Lenck war in Vertretung der Coaches Tobias Grösch und Mansour Zadon gerade zum Fernseh-Interview angetreten, als die johlenden Jünglinge mit lautem Gesang das Gespräch crashten. Der 63-Jährige grinste zunächst und tanzte sogar ein bisschen mit, setzte dann aber mit einem entschlossenen „Jut Jungs, abhauen, abhauen!“, dem Spuk ein jähes Ende. Die Mannschaft hatte allen Grund zum Feiern: Ohne Satzverlust war sie zum Titel gerauscht. Dass die Spieler der Anweisung dennoch prompt folgten, erklärt Kilian Schmiedeke lachend so: „Wenn Gustav was sagt, ist das Gesetz.“ Der junge Mann, der zum siegreichen Team zählte, weiß um die Verdienste des Originals: „Er hat so viel getan für uns alle. Viele von uns haben bei ihm angefangen.“ Der 17-Jährige selbst hat in seinen Altersklassen in den vergangenen fünf Jahren vier Meistertitel gewonnen. Insgesamt zählt Lenck über 30 gewonnene Medaillen seit 2001, hat in seiner mehr als 40 Jahre währenden Trainerkarriere rund 100 Erst- und Zweitligaspieler mitentwickelt. Darunter sind zehn Nationalspieler. Kein Wunder also, wenn seine Schützlinge ihm gut zuhören. 

Was auch seine jüngeren Kollegen tun. „Gussi ist so etwas wie der Papa von uns allen, wir können von ihm extrem viel lernen“, sagt Arnaud Schmidt (25). Er ist seit Oktober vergangenen Jahres Cheftrainer der SCC JUNIORS, die in der U14 ihren stärksten Auftritt hatten. Genau wie der Berliner Volleyballverein Vorwärts stießen die Jüngsten in Dachau bis ins Halbfinale vor, ohne bis dahin einen Satz abgegeben zu haben. Dort allerdings warteten mit den L.E. Volleys und dem späteren Meister VGF Marktredwitz Kontrahenten, die diesmal noch ein wenig stärker waren. Trotzdem ist Platz drei für beide ein höchst erfreuliches Resultat. „Das Gold der U20, die zwei bronzenen der U14 – das ist mega“, findet Schmidt, der noch einen weiteren Erfolg hervorhebt: „Entferntes Ziel ist immer, acht Berliner Startplätze bei den Meisterschaftsendrunden zu erreichen, jetzt waren es sieben, das ist mehr als gut.“ Man könne schon zufrieden sein. „Andererseits kann man nicht wegreden, dass wir in der U18 nicht das erreicht haben, was wir wollen. Aber andere machen ihre Sache eben auch gut, das muss man akzeptieren.“ Platz 11 für Rotation Prenzlauer Berg und Rang 16 für den Schulsportverein Karow-Nord bei der Endrunde in Amberg entsprechen dennoch nicht den Berliner Erwartungen. Wobei zur Wahrheit gehört, dass Rotation den Einzug ins Viertelfinale mit einem 18:20 im Tiebreak gegen den späteren Medaillengewinner Solingen denkbar knapp verpasste. 

Torsten Manke, Schmidts Vorgänger beim SCC und jetzt Berliner Landestrainer, ordnet die Resultate ähnlich ein. „In der U18 und U16 haben wir uns ein bisschen mehr erhofft“, sagt er. Auch in der U16 mit einem Team der SCC JUNIORS war eine Medaille in Reichweite. Das Viertelfinale gegen Leipzig ging allerdings ebenfalls nach einer starken Leistung erst im Tiebreak verloren. Wobei den Berlinern wegen Verletzung in Dresden ein wichtiger Spieler fehlte. So blieb Rang sieben als Endergebnis. „Das ist aber tendenziell eine jüngere Mannschaft, die nächstes Jahr auf Medaillenjagd gehen kann“, hofft Manke. Beim abschließenden Bundespokal in der U16 kam die Auswahl des Volleyball-Verbandes Berlin nicht über Rang sieben hinaus. „Generell“, meint Manke, „ist das Abschneiden nicht sehr gut, aber gut.“ 

Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit zwischen den Berliner Volleyballvereinen, Talente zu sichten, zu entwickeln und Synergien zu schaffen, sieht er nach der personellen Veränderung nicht. Die Initiative dazu ging 2016 von den BR Volleys aus, seitdem schnellten nicht nur die Erfolge, sondern auch die Mitgliederzahlen nach oben. Seit der Pandemie haben sich diese im männlichen Nachwuchs fast verdoppelt. Am 01. Januar 2021 waren es 1.028 gemeldete Jugendspieler, jetzt zum Jahreswechsel 1.935. Dazu wird die Spitze noch gezielter gefördert. „Der Übergang Manke/Schmidt hat sehr gut funktioniert“, sagt er, „wir haben ein klares System. Die Verknüpfung Sportschule, Landesauswahl und Vereinssport ist sogar noch ein bisschen besser und intensiver geworden. Auch was die nächsten Jahrgänge angeht, glaube ich, das geht gut voran.“ Das Berliner Nachwuchssystem trägt sichtbar Früchte und ist der Nährboden für weitere Medaillengewinne. Der Weg für Jungs wie Kilian Schmiedeke scheint bereitet und die Chancen stehen gut, dass auch die nächste Generation an Berliner Jugendtrainern Bundesliga-, BR Volleys- und eines Tages Nationalspieler formt.

Christof Bernier/BR Volleys

Foto-Credit: SCC JUNIORS

Die Deutschen Meisterschaften im Überblick:

U14
Ausrichtung: 16./17. Mai beim ASV Dachau
Platzierungen: Bronze Berliner Volleyballverein Vorwärts, Bronze SCC JUNIORS

U16
Ausrichtung: 25./26. Apr beim VC Dresden
Platzierung: 7. Platz SCC JUNIORS

U18
Ausrichtung: 16./17. Mai beim DJK Sportbund Amberg
Platzierungen: 11. Platz SG Rotation Prenzlauer Berg, 16. Platz SSV Karow-Nord

U20
Ausrichtung: 09./10. Mai beimTV Bliesen
Platzierungen: Gold Berliner TSC, 12. Platz SCC JUNIORS

Eisbären verpflichten neuen Head-Coach

Die Wahl fiel wieder auf einen Frankokanadier. Nach dem Weggang von Serge Aubin wird sein Landsmann Eric Dubois den Platz hinter der Bande einnehmen. Für den am 10. Mai 1970 in New York City geborenen Dubios ist es die erste Station als Cheftrainer im Männerbereich. Bisher war er dort als Assistenztrainer unterwegs. Erfahrung als verantwortlicher Chef hinter Bande sammelte er für fünf Spielzeiten in der Quebec Maritimes Junior Hockey League (QMJHL), einer der besten Nachwuchsligen im Eishockey. Die vergangene Saison bestritt als Assistent von Mark French bei den Ingolstädter Panthern in der DEL.

Während seiner aktiven Laufbahn als Eishockeyprofi spielte er auch drei Jahre in der DEL. Die Saison 1997/98 verbrachte der gelernte Verteidiger bei den Revier-Löwen Oberhausen und von 2000 bis 2002 stand er für 119 Spiele bei den Schwenninger Wild Wings auf dem Eis.

Eisbären-Sportdirektor Stéphane Richer sagt: „Ich freue mich sehr, dass wir Éric Dubois für uns gewinnen konnten. Ich verfolge Érics Weg schon lange. Wir hatten sehr gute Gespräche und waren direkt von seinen Ideen und Konzepten überzeugt. Wir sind uns sicher, dass er der richtige Cheftrainer für die Eisbären ist. Man hat gemerkt, dass Éric es kaum abwarten kann, in Berlin loszulegen. Er kennt die PENNY DEL bereits und hat eine hohe fachliche Expertise. Éric hat jahrelang auf sehr hohem Niveau gecoacht und bringt zusätzlich umfangreiche Erfahrung in der Arbeit mit Nachwuchstalenten mit. Nachdem Éric vor ein paar Jahren auch schon bei uns im Trainingslager mitgearbeitet hatte, ist der Kontakt nie abgerissen. Der Stil, den er spielen lässt, passt sehr gut zu den Eisbären. Zudem möchte ich mich auch ausdrücklich beim ERC Ingolstadt bedanken, dass wir mit Éric in Verhandlungen treten durften.“

„Ich freue mich sehr, mich den Eisbären Berlin anzuschließen. Ich fühle mich geehrt, nun Teil einer Organisation mit einer so erfolgreichen Tradition zu sein. Ich freue mich darauf, mit dem hervorragenden Führungsteam der Eisbären zusammenzuarbeiten und diese Kultur weiterzuführen. Mein Dank gilt auch der gesamten Organisation in Ingolstadt, vor allem Tim Regan und Mark French, für die Möglichkeit, mich in Europa zu etablieren. Ich bin voller Tatendrang, nach Berlin zu kommen und mein neues Kapitel zu beginnen“, erklärt Éric Dubois.

Der Donaukurier spricht von riesigen Fußstapfen, während in der Berliner Morgenpost von einer riesigen Überraschung bei der Trainerauswahl die Rede ist.

Hans-Peter Becker

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Die Wasserfreunde erneut in Hannover

Eigentlich scheint bislang alles normal verlaufen im 105. Meisterschafts-Finale der Wasserball-Männer. Spiel 1 haben die Wasserfreunde Spandau 04 mit 14:11 für sich entschieden. Spiel 2 hat der Titelverteidiger Waspo 98 Hannover mit 12:7 gewonnen. Der Zwischenstand von 1:1 Siegen bedeutet, dass die Best-of-Five-Serie, die drei Erfolge für den Triumph voraussetzt, auf jeden Fall noch mit weiteren Partien fortgesetzt wird, ehe gefeiert werden darf.

Der überraschende Auftakt mit einem megastarken Auftakt der Berliner setzte nach vier Waspo-Siegen in der laufenden Saison (2 x DWL, je 1 x Supercup und Pokal) ein ernstzunehmendes Achtungszeichen und setzte sich beim ersten von zwei Partien zur Mitte der Woche bis zur Halbzeit des zweiten Matches fort. Nach dem ersten Viertel lag Spandau 1:3 zurück und ließ sich im Volksbad Limmer auch nach 1:4 und 2:5-Rückständen bis zur Pause (4:5) nicht abschütteln und schaffte zu Beginn des dritten Abschnitts sogar noch den 5:5-Ausgleich.

Doch im Anschluss entwickelte sich das Spiel mit einem 5:0-Lauf der Niedersachsen bis zum 10:5 gegen die Berliner Interessen. In dieser Phase des Spiels konnte Waspo mehrere Überzahlspiele für sich nutzen. Die Berliner erhielten hingegen im 3. Viertel für 4 Angriffe hintereinander Angriffsfouls und dazu wurde noch ein erzieltes Tor aberkannt.

Die Mannschaft von 04-Trainer Marin Restovic konnte diesen Rückstand bis zum Ende nicht mehr ausgleichen und musste eine Niederlage mit fünf Toren hinnehmen, was die Leistungsniveaus der beiden Teams nicht realistisch widerspiegelt. Im dritten Finalmatch am Samstag muss Spandau einen vergleichbaren Spielverlauf unbedingt verhindern, denn der Gewinner des Duells hat dann am 03.06.2026 im vierten Spiel in Berlin die Möglichkeit, Meister zu werden.

Fortsetzung der Serie:

Finale 4 03.06.2026 Spielbeginn: 19:00 Uhr – Berlin SSH

Finale 5 06.06.2026 Spielbeginn: 18:00 Uhr – Volksbad Limmer Hannover falls notwendig

Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Joshua Senne bombt Inter II zum Pokalsieg

Wasserdiskussion trübt Finale am Pfingstmontag

Kaum war das Pokalwochenende mit den Höhepunkten im DFB-Finale des Samstags beendet, gab es in Berlin auch schon die nächsten Endspiele: Am Pfingstmontag bat der Berliner Fußball-Verband (BFV) zu den Finalpartien der 2. Herren, der 7er sowie der Unteren – dem „Cosy Wasch-Landespokal“. Die Mannschaften standen sich auf dem traditionsreichen Sportplatz von Kickers 1900 an der Schöneberger Monumentenstraße gegenüber.
Über den Tag verteilt, wohnten etwa 1.200 Besucher und Besucherinnen dem Geschehen bei.

Die Verantwortlichen und Schiedsrichter-Betreuer hatten derweil einen langen Tag. Um 8 Uhr fand man sich ein. Los ging’s mit dem Endspiel der 7er zwischen TSV Berlin-Wittenau und dem 1. FC Lübars (1:2). Damit gelang den Lübarsern das Double aus Pokal und Meisterschaft. In einer mit der üblichen Spannung und dem bekannten Hin und Her ausgetragenen Verlängerung und anschließendem Entscheidungsschießen hieß es am Ende 5:4 für die 3. Mannschaft von Hertha 03 (2:2 nach regulärer Spielzeit). Die heftiger anfeuernden Anhänger der unterlegenen Viktoria III konnten am Pokalsieg des glücklicheren Teams der „kleinen“ Hertha durch ihre Schmährufe nichts ändern. Zehlendorf spielte seit der neunten Minute nach einem Foulspiel in Unterzahl.

Topfinale war die Partie zwischen dem FC Internationale II aus der Landesliga 2 und dem Vertreter aus der Kreisliga A, den Spandauer Kickers II (0:4). Von Beginn an waren die Chancenvorteile der Inter-Spieler offensichtlich. Die Kickers konnten Umschaltmomente kaum erzwingen, blieben auch technisch limitiert. Ab der 65. Minute nach einer Notbremse in Unterzahl, schien nach dem Elfmetertor zum 0:3 doch noch das Ehrentor gefallen (78.) Der Treffer fand jedoch keine Anerkennung. Dreifacher Schütze dieses Endspieles – wie der Münchner Harry Kane zwei Tage zuvor im Berliner Olympiastadion – war Joshua Senne. Zum Endstand netzte Inter-Kapitän Miguel Nunez-Von-Voigt in der Nachspielzeit ein. Der gehörte ebenfalls zu den stärksten Akteuren seiner Mannschaft.

Ein langer Pokalendspieltag bei (fast) idealen Bedingungen ging erst nach 17:30 Uhr zu Ende. Ein Wermutstropfen bleibt. Und der hat mit Wasser zu tun: Abzulesen war er an den Mienen der Besucher am Kassenbereich. Der Ausrichter Kickers 1900 legte unter Duldung des BFV die Stadionordnung nach Profimaßstäben fest. Bei beinahe dreißig Grad im Schatten ließ es die Security nicht zu, kleine Wasserflaschen mit auf das Gelände zu bringen. Es schien auch so, als würde bei der Kontrolle gezielt nur nach Getränken geschaut. Ein ziemlich dreister Versuch, beim Pokalfinale der unteren Amateure eine möglichst hohe Einnahme zu erwirtschaften. Der Sicherheitsaspekt ist wohl zu vernachlässigen, denn bekanntlich gelingt es selbst in den großen Stadien nicht, das kiloweise Einschleusen von Pyrotechnik und anderem in den Zuschauerraum zu unterbinden. Wohin soll eine solche Kontrollpraxis in den unteren Bereichen also führen? Parallel dazu ging es bei der Getränkeausgabe nicht zu wie vom BFV („Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung“) eigentlich angestrebt, ja gefordert. Die meisten Wässerchen, Säfte und Kaltgetränke wurden in Wegwerfbechern ausgegeben.

Text und Foto: Frank Toebs

VSG Altglienicke – Pokalsieg trotz Unterzahl

Altglienickes Torwart Luis Maria Zwick als Spieler des Tages ausgezeichnet

Am vom DFB initiierten Finaltag der Amateure finden in Berlin stets zwei Endspiele statt. Bevor im Olympiastadion am Abend die Fußballsaison im Wesentlichen ihren Abschluss findet, wird zuvor zu mittäglichen Stunde der Landespokalsieger ermittelt. Die Spielstätte ist seit einigen Jahren nicht weit vom Olympiastadion entfernt. Das inzwischen altehrwürdige Mommsenstadion, 1930 eingeweiht, bietet nach einigen Schönheitsreparaturen einen würdigen Rahmen, leider gibt es noch einiges zu bemängeln. Die Beschallungsanlage und der Rasen müssen dringend überholt werden.

Wenn es der DDR-Serienmeister BFC Dynamo ins Endspiel schafft, ist eine beachtliche Zuschauerzahl garantiert, verbunden mit dem Nachteil einer erhöhten Polizeipräsenz, was die Kosten für die Allgemeinheit ansteigen lässt. Die beiden Endspiele hatten eine Gemeinsamkeit. Die amtierenden Pokalsieger schafften es nicht, den Pott zu verteidigen. Unter den offiziell verkündeten 7.639 Zuschauern waren auch einige die sich als Bayern oder Fans des VfB Stuttgart zu erkennen gaben.

Es war der erste warme Sommertag in Berlin, die Temperaturen auf dem Rasen ließen eher Urlaubsgefühle aufkommen, als harten Wettkampfsport. Im Gegensatz zu dem Abendspiel, wo die Spannung lediglich bis zur Hälfte der 2. Halbzeit andauerte, bekamen die Besucher im Mommse einen Nachschlag geboten. Nach der regulären Spielzeit stand es 1:1. In der 8. Spielminute nutzte der BFC durch Ivan Knezevic einen Fehler der Altglienicker Abwehr zur Führung. Zuvor ließ die Elf aus Altglienicke zwei dicke Möglichkeiten liegen. Der BFC traf dagegen gleich mit dem ersten Torschuss. Bis zur Halbzeit stürmte nur die VSG Altglienicke, sie belohnten sich nicht. Entweder war BFC-Keeper Nicolas Ortegel auf dem Posten oder die Schüsse verfehlten ihr Ziel. In der 37. Minute war der Ball im BFC – Gehäuse, gleichzeitig ging die Fahne nach oben, leider ein Abseitstreffer. Der mehr als verdiente Ausgleich fiel in der zweiten Minute der Nachspielzeit, der bis dahin auffälligste Akteur der Altglienicker Sydney Mohamed Sylla war der Torschütze.

Die im Nachhinein wohl spielentscheidende Szene ereignete sich in der 48. Minute. Schiedsrichter Sven Schröder zeigte auf den Strafstoßpunkt. Willi Reincke war etwas zu sehr geschubst und bearbeitet worden. Leandro Putaro hatte den Ball bereits in der Hand und wollte zur Ausführung schreiten, da kam von der Bank das Zeichen zum Wechseln. Für Putaro kam Rufat Dadashov, der frisch von der Bank den Strafstoß ausführte. Halbhoch, vom Schützen rechts neben den Pfosten, der Torwart ahnte die Richtung und der Ball war abgewehrt. Eine ungewöhnliche Maßnahme, auf Nachfrage in der Pressekonferenz nach dem Spiel räumte BFC-Trainer Sven Körner ein, einen Fehler gemacht zu haben. Der BFC stellte taktisch um und kam zu weiteren Möglichkeiten. Altglienicke setzte immer wieder Nadelstiche. In der 88. Minute sah Mehmet Ibrahimi nach einem Foul die gelbe Karte, es war seine zweite im Spiel. Altglienicke spielte nur noch mit 10 Spielern und die Verlängerung stand bevor.

In der Verlängerung verschoben sich, bedingt durch den Platzverweis, die Spielanteile zum BFC. Das Tor gelang den Blauen aus dem Berliner Süden. In der 103. Spielminute beförderte der drittligaerfahrene Jonas Nietfeld den Ball ins Netz. Es war noch genug Zeit für den BFC. Die hohen Tempraturen forderten von allen Akteuren ihren Tribut und Luis Zwick im Tor der Altglienicker steigerte sich von Aktion zu Aktion, brachte die Angreifer schier zur Verzweiflung. Er hielt den Sieg fest und wurde zum Spieler des Tages gewählt. Er selbst gab zu, in der Nacht zuvor schlecht geschlafen zu haben.

Die VSG Altglienicke darf sich jetzt auf die Auslosung der erste Runde im DFB-Pokal freuen, einen Wunschgegner haben sie nicht, wie wäre es mit Union oder Hertha, ließ Dan Twarzik vernehmen. Das hätte auch den Vorteil, dass das Problem der Spielstätte gleich mit geklärt wäre.

Text und Fotos: Hans-Peter Becker

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Nicht gewonnen und doch um einen Platz verbessert

Füchse spielen gegen Hannover 30:30

Wechselbäder, also das Hin und Her zwischen warm und kalt, sind in der Medizin eine seit langem bewährte Therapieform. Damit sollen sowohl das vegetative, als auch das Herz- und Kreislaufsystem trainiert werden. Welche Auswirkungen dagegen Wechselbäder während eines Handballspiels, ein langes Hin und Her zwischen Sieg oder Niederlage, auf die Gesundheit der Fans haben, ist noch nicht ausreichend erforscht. Beim Spiel zwischen den Füchsen und dem TSV Hannover Burgdorf hätten dazu interessante Studien durchgeführt werden können.

Die Gastgeber, ganz darauf fixiert im Kampf um Platz zwei Boden gutmachen zu können, da Konkurrent Flensburg in Magdeburg spielte, begannen konzentriert und warfen einen drei-Tore-Vorsprung heraus – 6:3/12. Diese Führung hatten sie auch den überragenden Aktionen von Torhüter Lasse Ludwig zu verdanken (17 Paraden insgesamt), der einige freie Würfe der Niedersachsen entschärfte und damit die Dysfunktion seiner Abwehr ausbügelte. Allein zweimal parierte er Bälle von Burgdorfs Kreisläufer Justus Fischer. Statt der Fortsetzung des erfolgreichen Beginns mussten die 8.601 Zuschauer jedoch registrieren, dass die Füchse nicht nur den Spielfaden aus der Hand gaben, sondern, dass er ihnen komplett gerissen war.

Missverständnisse im Angriffsspiel, dazu Fehlwürfe in Reihe, von Arino über Hakun West und Marsenic sogar bis zu Gidsel, waren die Folge. In dieser Black-out-Phase der Gastgeber wandelte die Hannoveraner ihren drei-Tore-Rückstand in einen vier-Tore-Vorsprung – 15:11/30. Das Erlebte fasste Trainer Nicolej Krickau später so zusammen. „Wir waren heute gar nicht in der nötigen Verfassung. Kollektiv sowie individuell waren wir zu weit entfernt von unseren Stärken“.

Der Wille auf Veränderung war den Berlinern mit Wiederanwurf anzumerken. Durch Treffer von Lichtlein, Freihöfer und Gidsel wurde binnen sieben Minuten der Ausgleich erzielt und beim 19:18/43. erstmals seit der 14. Minute wieder eine Führung er-reicht. Da die Gastgeber sich jetzt auf ihre Stärke, den variablen Tempohandball besannen, wurde daraus in den besten Momenten sogar ein drei-Tore-Vorteil – 26:23 (49.) Die Gäste wankten, aber fielen nicht, weil es den Füchsen an Konsequenz mangelte, was sich in des Trainers Kritik niederschlug. „Bei einem Drei-Tore-Vorsprung müssen wir das Momentum auf unserer Seite behalten. In dieser Phase waren wir erneut nicht effektiv genug“.

Nach wechselnder Führung in der Crunchtime, bot sich 45 Sekunden vor Schluss doch noch die Chance auf den Sieg. Dass nach einer Auszeit ausgerechnet Welthandballer Mathias Gidsel den Wurf versemmelte, passte zu diesem aus Berliner Sicht durchwachsenen Abend. Das 30:30 entsprach am Ende durchaus dem Spielverlauf. Einen etwas positiveren Anstrich bekam das Ergebnis erst Stunden später, als die Flensburger Niederlage in Magdeburg (30:31) feststand. Dadurch kletterten die Füchse dank des besseren Torverhältnisses auf Platz zwei vor den punktgleichen Flensburgern, die am letzten Bundesliga-Spieltag (7. Juni 2026) zur wohl entscheidenden Partie in der Max-Schmeling-Halle aufkreuzen. Zuvor müssen die Berliner zweimal auswärts ran – in Eisenach und Melsungen.

Für die Füchse erfolgreich: Andersson (4), Grøndahl (2/1), Lichtlein (4), Gidsel (9), Freihöfer (4/3), Langhoff (1), av Teigum (1), Marsenić (5).

Herbert Schalling