Der zweite Spieltag der Regionalliga Nordost begann am letzten Tag des Julis mit drei gut besuchten Begegnungen. Von allen Spielorten konnten vierstellige Besucherzahlen vermeldet werden. Aus rein Berliner Sicht war am Freitagabend nichts Erfreuliches dabei. Im Werner Seelenbinder Sportpark in Neukölln ging Tasmanias Heimdebüt gegen den FC Erzgebirge Aue mit 0:2 verloren. Trainer Pardis Fardjad-Azad sah trotzdem im Vergleich zur Niederlage in Magdeburg einige Fortschritte seiner Mannschaft. Der Sieg für den Absteiger aus dem Erzgebirge ging insgesamt in Ordnung. Mehrfach konnte sich Tasmanias Goalie. Neuzugang Mateusz Mika, auszeichnen. Es waren zwei Standards, die die Gäste in Tore ummünzen konnten. Es geht bereits unter Woche mit dem 3. Spieltag weiter. Die Tasmanen müssen dann am Mittwoch in Erfurt ran, bevor dann nur drei Tage später, erneut auswärts, in Luckenwalde wieder an mögliche Punktgewinne gedacht werden kann.
Ohne Punkte kehrte der BFC Preussen aus Chemnitz zurück. Die Truppe von Trainer Daniel Volbert wusste, was sie an der Gellertstraße erwarten würde. Mit einer defensiven Spielanlage konnte bis zur Halbzeitpause ein 0:0 gehalten werden. Nur 23 Sekunden nach Wiederanpfiff der Partie sorgte Jonas Marx für die Führung der himmelblauen Chemnitzer und nur vier Minuten später stellte derselbe Spieler auf 2:0. Trainer Volbert bescheinigte seiner Truppe im Tiefschlaf gewesen zu sein. Die Durchschlagskraft der Preussen reichte letztlich nicht aus, um ergebnistechnisch etwas verbessern zu können. Ganz im Gegenteil, in der Nachspielzeit fiel noch das 3:0 für Hausherren. Der Preussen Trainer ordnete das Spiel als einen Kampf David gegen Goliath ein. Die Chemnitzer hegen Aufstiegsambitionen, da können die Preussen nicht ganz mithalten.
In Babelsberg gab es ein Spiel mit ähnlicher Konstellation. Die 03er waren mit einem Auswärtssieg bei Chemie Leipzig in die Saison gestartet und traten ihren ersten Heimauftritt gegen den Meisterschaftsfavoriten FC Carl-Zeiss Jena entsprechend selbstbewusst an. Die Partie blieb bis zum Schluss offen. In der 6. Minute der Nachspielzeit die Ernüchterung im Karli. Elias Löder traf zum 1:0 für Jena. So wurde es eine bittere Niederlage für Babelsberg. Wie gesagt, es geht in der Regionalliga Nordost mit einer englischen Woche weiter. Die Babelsberger dürfen zu Hause bleiben und empfangen die VSG Altglienicke.
Über Berlin und Umgebung hatte es am Samstagvormittag heftig geregnet. Der Platz in Fürstenwalde, Altglienickes Fußball-Diaspora, wurde unbespielbar. Es sollte gegen Hertha II gespielt werden. In Berlin-Hohenschönhausen, wo der BFC Dynamo beheimatet ist, konnte, wohl Dank besserer Drainage, gespielt werden. Dem MDR sei Dank, konnten das Spiel live im TV und im Stream verfolgt werden. Zu Beginn wurde das Spielfeld nach allen Regeln der Pyrotechnik eingenebelt. Es trafen zwei Mannschaften aufeinander, die einen gesicherten Platz im Mittelfeld anstreben, jedenfalls nicht mit aller Macht ganz nach oben streben.
Der ersten Halbzeit war beiden Teams anzumerken, dass die Findungsphase für die neue Saison noch nicht ganz abgeschlossen ist. In der ersten Hälfte neutralisierten sich beide. Die Gäste aus Leipzig-Leutzsch hatten sogar leichte Vorteile. Nach dem Schlusspfiff jubelten die wein-roten Berliner. Es lief bereits die 71. Spielminute, da traf Rufat Dadashov nach einem Eckball per Kopf. Er tunnelte dabei den Leipziger Torwart. Das Spiel hatte im Verlauf der zweiten Hälfte deutlich an Niveau gewonnen. Letztlich profitierte davon nur der BFC. In der 82. Minute sorgte der eingewechselte Leander Fritzsche mit einem sehenswerten Treffer für die Entscheidung. Aus spitzem Winkel jagte er den Ball ins Dreiangel. BFC Trainer Sven Körner war erleichtert. Seine Mannschaft hatte nach der verheerenden Auftaktniederlage in Erfurt eine deutliche Reaktion gezeigt.
Der BFC hat bis Donnerstag, 6. August 2026, Zeit sich auf die nächste Aufgabe vorzubereiten. Im Lößnitztal wartet der FC Erzgebirge. Mal sehen, ob der BFC Dynamo sich weiter steigern kann. Während sich der BFC Dynamo den ersten Dreier der Saison holte, blieben die Chemiker weiter tor- und punktlos.
Text und Foto: Hans-Peter Becker





