Landespokal Berlin – zweiter Spieltag

Während Hertha BSC und der 1. FC Union Berlin ihre Aufgaben in der ersten Runde im DFB-Pokal erfolgreich lösen konnten, wurde bis auf die Begegnung BFC Alemania vs Pfeffersport der zweite Spieltag des Landespokals Berlin absolviert. Es setzten sich, bis auf wenige Ausnahmen, die höherklassigen Vereine in den bis zum Sonntag, 23.08.2026 ausgetragenen 62 Spielen durch.

Unsere Redaktion hatte entschieden, sich zwei dieser Spiele etwas intensiver zu widmen. Unser Redakteur Frank Toebs hatte bei seiner Auswahl Glück und erwischte ein Spiel mit nicht unbedingt erwartetem Ausgang.

Die Fans von Polar Pinguin haben auch nach dem Abstieg in die Landesliga nichts von ihrer Stimmgewalt verloren. Beim 8:6-Pokalerfolg (4:4 n. V.) nach Entscheidungsschießen gegen den Sport Club Charlottenburg (SCC) aus der Berlin-Liga begleiteten sie die Partie von der ersten Minute an lautstark.

Die stärksten Akteure kamen aber weder vom SCC noch von Polar. Schiedsrichter Julius Hanft war der überragende Mann auf dem Feld. Ohne Fehl und Tadel empfahl er sich für Höheres.

Die Begegnung mit vier Treffern auf jeder Seite in der Spielzeit hatte einigen Unterhaltungswert. Allein drei Tore leitete für die Pinguine Kapitän Nikolai Matt mit seinen Standards ein. Die entscheidenden Impulse kamen in der Endphase des Spiels aber von Pinguin-Torwart Mohamed Mahawech, der nicht immer der gesetzte Keeper ist. Erst konnte er nach einer zu kurzen Abwehr den Ausgleichstreffer zum 3:3 nicht verhindern. Dann wehrte er in der Lotterie des Elfmeterschießens zwei Versuche der Charlottenburger ab; einen Elfer verwandelte er zusätzlich noch sicher selbst. Die zweite Runde war unter Jubeltänzen erreicht.

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Neben dem Überflieger Delay Sports gehört Polar Pinguin nach dem beeindruckenden 5:0-Auftakt in der Landesliga II vermutlich zu den stärksten Konkurrenten des Influencer-Klubs, wenn es um deren nächsten geplanten Schritt in die Berlin-Liga geht.

Der am 12. Juli 2021 gegründete Influencer-Club Delay Sports sorgte zunächst für ein ungewohntes Zuschaueraufkommen an der Sportanlage am Teterower Ring in Berlin Kaulsdorf. Ursprünglich war geplant, das Spiel im 4.000 Zuschauer fassenden Stadion Wuhletal auszutragen. Wegen nicht ausgeführten Reparaturarbeiten war die Anlage gesperrt, so wurde das Spiel auf dem vereinseigenen Kunstrasen-Trainingsplatz des Fußballvereins FV Rot-Weiß 90 Hellersdorf e. V. ausgetragen. Zum Glück war das Fassungsvermögen gerade ausreichend. Schätzungsweise hatten sich etwa 300 bis 400 Interessierte und ein Hund bei bestem Fußballwetter dafür entschieden dem Spiel persönlich beizuwohnen. Kompliment an die Ehrenamtler des Vereins, die für eine reibungslose Organisation des Events sorgten. Es waren sogar Akkreditierungen vorbereitet und sehr ausreichend für das leibliche Wohl gesorgt. Der Einlauf der Mannschaften wurde formvollendet mit Einlaufkindern zelebriert.

Der FV Rot-Weiß 90 Hellersdorf wurde in der Wendezeit gegründet, hat heute 550 Mitglieder und 25 Mannschaften im Spielbetrieb. Besonders stolz ist man auf die 1. Herren, in der vergangenen Saison gelang der Aufstieg in die Bezirksliga. Das erste Punktspiel konnte gegen die Zweite von Hertha 03 mit 5:4 gewonnen werden. In der ersten Runde des Landespokals kamen sie kampflos weiter. Der Gegner FC Arminia Heiligensee 77 konnte zu dem Spiel nicht antreten.

Mit dem Daueraufsteiger Delay Sports kam ein zu harter Brocken auf die Hellersdorfer zu. Körperlich und spieltechnisch waren die Hellersdorfer hoffnungslos unterlegen. Da spielten Amateure mit zweimal in der Woche Training gegen Kicker, mit teilweise Profivergangenheit. Erstaunlicherweise gingen die Hellersdorfer in der 27. Minute mit 1:0 in Führung. Mittelfeldspieler Lukas Schönfeld erzielte den Treffer. Zuvor waren die tapferen Hellersdorfer mehrfach in die Abseitsfalle getappt.

Noch in derselben Minute glichen die Delay-Kicker aus und demonstrierten fortan ihre Überlegenheit. Bis zur Pause erhöhten sie auf 4:1. In der 2. Halbzeit fielen gegen die überforderten Hellersdorfer die Tore wie reife Früchte. Am Ende hieß es 14:1 für den Influencer-Club von Elias Nerlich und Sidney Friede. Der inzwischen 28-Jährige musste bereits früh seine Profikarriere an den Nagel hängen. Heute ist er als Livestreamer, Webvideoproduzent und Mitgründer des Vereins Delay Sports erfolgreich. Bei dem Spiel saß er nur auf der Bank, stand fast pausenlos für Selfies und Autogramme zur Verfügung. Dass, das anwesende Publikum sehr jung war, ist wohl sein Verdienst.

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Frank Toebs/Hans-Peter Becker

Ohne Chance gegen Meister Magdeburg – Füchse verlieren im Supercup 31:38

Gute Ergebnisse in den Testspielen gegen Paris St. Germain (Sieg) und Barcelona (knappe Niederlage) hatten bei den Füchsen die Hoffnung genährt, beim Supercup gegen den SC Magdeburg, die Erfolgsserie in diesem ersten Wettbewerb der Saison, mit dem dritten Erfolg nacheinander fortschreiben zu können. Dieses Ziel geriet jedoch schnell außer Sicht. Bereits nach sieben Minuten lagen die Füchse mit 1:4 zurück. Mit fehlerhaften Abschlüssen im Angriff und erkennbaren Lücken in der Abwehr war gegen die bereits wieder perfekt funktionierende Magdeburger Mannschaft nichts zu gewinnen. So wuchs der Rückstand stetig – 6:12/20.

Im ersten Spiel nach den Abgängen von Lasse Andersson und Dejan Milosavljev konnte sich in der ersten Hälfte keiner im Berliner Trikot zu einer ebenbürtigen Performance aufraffen. Lediglich Welthandballer Matthias Gidsel strahlte Torgefahr aus. Zum Ende des ersten Abschnittes bekamen die Füchse etwas Tempo in ihre Aktionen und verkürzten das zeitweilige sieben-Tore-Minus ein wenig – 15:20/30. Ex-Füchse und Ex-Bundestrainer Dagur Sigurdsson sprach zur Halbzeit von einer „ganz schwachen Leistung“ der Berliner. Die zweite Hälfte begann mit einigen gelungenen Aktionen des Pokalsiegers, bei dem nun auch Tim Freihöfer nach mehreren Fehlversuchen vor der Pause traf. Die Magdeburger fanden jedoch auf alle Aktionen des Hauptstadt-Klubs, bei dem der verletzte Spielmacher Nils Lichtlein schmerzlich vermisst wurde, jederzeit eine schnelle Antwort. So änderte sich im Münchner SAP-Garden an Spielverlauf und Torabstand wenig. Die Füchse scheiterten zu häufig an eigenen Fehlern und am neuen Magdeburger Torwart-Duo Kuzmanovic/Mandic.

Letztlich ging der 38:31-Erfolg des Deutschen Meister auch in dieser Höhe in Ordnung. Kapitän Max Darj fasste seine Erkenntnis nach der Niederlage so zusammen. „Wir wussten, dass wir ein fehlerfreies Spiel machen müssen, wenn wir gegen den SCM gewinnen wollen. Dafür hat es heute nicht gereicht. Jetzt wissen wir ein Stück weit mehr, wo wir stehen.“ Mit diesem Wissen werden die Füchse am Donnerstag mit dem Heimspiel gegen die MT Melsungen die neue Bundesliga-Saison beginnen. Die Gelegenheit, es gegen den Börde-Klub besser zu machen, bietet sich schnell. Bereits am 3. September 2026 gibt es das Punktspiel in Magdeburg.

Für die Füchse erfolgreich: Grøndahl (6/3), Gidsel (10), Freihöfer (2), Langhoff (5), Teigum (7), Marsenić (1).

Herbert Schalling

Hertha BSC mit erstaunlichem Saisonstart

Zum Auftakt hieß es auswärts in Bochum zu bestehen. Und der VfL hatte sich unter Uwe Rösler gut auf den Beginn der Spiele in der Zweiten Liga vorbereitet. Hertha dagegen prophezeiten, aufgrund der namhaften Abgänge, Anhänger und Experten den Kampf im unteren Tabellenteil mit der Gefahr der Tendenz des Abstiegs in Liga Drei. Bochum hatte in der vergangenen Saison 29 Punkte im heimischen Stadion geholt, keine schlechte Bilanz.

Hertha ging aufmerksam und schonungslos in Zweikämpfen zu Werke. Ich staunte über die Körpersprache. Das Team zeigte sich, vergleichsweise zur Vorsaison, kämpferischer und mannschaftlich geschlossener. Fast alle Spieler waren die erforderliche Sekunde früher als die Platzherren in den Duellen am Ball. Erstaunlich bei Eckbällen, da kamen die körperlich größeren Abwehrspieler mit nach vorn. In den Standards zeigte sich Hertha verbessert. Mitunter brannte es lichterloh bei den hohen Flanken im dicht besiedelten Strafraum, sogar im 5-m-Raum. Doch auch in der Luft gewann Hertha viele Kopfballduelle. Torwart Gersbeck bot obendrein eine fehlerfreie, konzentrierte Partie. Er hielt seinen Kasten sauber.

Christian Zschiedrich
Chefredakteur

In dieser kaum erwarteten Art und Weise belohnte sich Hertha in der 39. Minute mit dem 1:0 durch Sebastian Grönning. Ohne Gegentreffer ging es in die Halbzeitpause. Mir war klar, dass sich Bochum keineswegs geschlagen geben wird, sondern alles in die Werkschale werfen und versuchen wird, das Spiel zu drehen. Demzufolge wechselte Uwe Rösler dreimal bei den Offensivkräften. Doch der Spielstand konnte auch mit verstärkten Angriffsbemühungen nicht geändert werden.

Als nur noch 10 Minuten zu spielen waren, erinnerte ich mich an Herthas Gangart gegen Spielende. In der letzten Saison ließen sich die Herthaner öfter abschießen, mitunter kassierten sie in der Verlängerung noch Gegentore. Sie scheinen daraus gelernt zu haben, schmissen sich in jedem Zweikampf Ball und Mann entgegen. Hielten nicht nur den in der ersten Halbzeit den gelobten Stil, sage und schreibe bis zur 90. Minute, ungewohnt sogar noch in der Nachspielzeit. Hertha entführte aus Bochum drei Punkte. Wer hätte das den Berlinern zugetraut? Man erinnerte sich an goldenen Zeiten eines gelobten Hauptstadtclubs.

Folgt nun nach einem guten ersten Spiel bei der Heimschwäche aus der vergangenen Saison im zweiten Match eine schwache Leistung? Das Treffen mit Heidenheim zur Heimpremiere überraschte alle. Heidenheim, der BL-Absteiger, war für sein Aufbäumen am Ende in der 1. Liga über alle Maßen für die Aufholjagd gelobt worden. Mit der Erfahrung und den Ambitionen, trotz der Veränderungen im Kader, sollten Hertha in die Schranken weisen können. Falsch gedacht, zur Halbzeit führte Hertha bei tropischen Temperaturen mit 3:0. Sicherlich spielte es der Mannschaft in die Karten, dass das 1:0 durch Sebastian Grönning bereits nach 91 Sekunden fiel. Marten Winkler und Deyovaisio Zeefuik legten nach.

Heidenheims Trainer war stinksauer und wechselte bereits zur Pause vier Spieler aus. Mehr Kritik an der gezeigten Leistung seiner Mannschaft ging wohl nicht. Nach dem Spiel äußerte er: „Ich hätte noch viel mehr auswechseln müssen, das geht aber nicht.“

Was ist denn auf einmal mit Hertha los? Sie präsentieren sich ja ganz anders. Noch können wir zwar nicht schreiben „bei Hertha ist jetzt alles ganz anders“, die sportliche Leistung erfreut den Anhang. Heidenheim kam zwar noch zum Anschlusstreffer, in der 49. Minute durch Jan Schöppner. Leider holte sich Zeefuik Tätlichkeit mit dem Ellenbogen, kurz vor dem Spielende eine Rote Karte ab. Für zwei Spiele muss er jetzt aussetzen. Für das Pokalspiel in Saarbrücken ist er nicht gesperrt.

Das 4:1 in Unterzahl durch Neuzugang Oluwaseun Adewumi machte den Deckel drauf. Ja, neuerdings schießt Hertha gegen Ende des Spiels das Tor und das in Unterzahl.

Am Samstag, 22. August 2026 geht’s in der 1. Hauptrunde im DFB-Pokal-Hauptrunde. Gegner ist der 1. FC Saarbrücken, 2023 hatten sie überraschend den FC Bayern aus dem Wettbewerb gekegelt.

In der 2. Bundesliga wird wieder am Freitag, dem 28.8.2026 gespielt und die 3. Paarung heißt Eintracht Braunschweig – Hertha BSC. Bedauerlicherweise ohne Marten Winkler. Unverständlich aber wohl nötig, Hertha braucht das Geld und Winkler wäre nur im Falle eines Aufstiegs zu halten gewesen. Sein Vertrag lief nur bis 2027, nach der Saison hätte er ablösefrei wechseln können. Als Ersatz ist ein weiterer Leihspieler im Gespräch. Farid Alfa-Ruprecht von Bayer 04 Leverkusen soll kommen, so laut Bildzeitung. Er war in der vergangenen Saison an den VfL Bochum ausgeliehen und konnte dort überzeugen, absolvierte 26 Spiele.

Der Weggang von Winkler tut weh, die Fehler der Vergangenheit wirken nach. Zu gern hätte ich meinen Bericht geschlossen „bei Hertha ist jetzt alles anders“ Leider nicht so ganz. Immer wieder die leidigen Finanzen. Sind denn die kolportierten 4 Millionen an Fredi Bobic bereits beglichen?

Christian Zschiedrich

Foto: © Hans-Peter Becker

Erst Galavorstellung und dann Wechsel nach Belgien

Marten Winkler, ein Hertha-Eigengewächs verlässt die Hertha und wechselt von der deutschen Hauptstadt in die belgische. RSC Anderlecht, der belgische Rekordmeister wird sein neuer Arbeitgeber. Am 2. Spieltag, zur Heimpremiere, lieferte er eine Galavorstellung im Olympiastadion ab. Das Tor zum 2:0 schoss er selbst, für das 1:0 sowie 3:0 lieferte er die direkte Vorlage.

Dass er ein Wechselkandidat war, ging schon länger durch die Medien. Der August ist kein schöner Monat für die Zweitligisten. Die endgültigen Kader stehen erst nach dem Schließen des Transferfensters statt, mit Ausnahme des VfL Wolfburg. Hertha braucht Geld und muss Auflagen aus der Lizenzerteilung erfüllen. Es ist nicht optimal, die Situation muss irgendwie, vor allem mit viel Kreativität gemeistert werden.

Marten Winkler, der gebürtige Frankfurter von der Oder, wechselte bereits mit 12 Jahren aus der Nachwuchsabteilung des 1. FC Union zur Hertha Akademie. Er durchlief die Jugendmannschaften und kam im Männerbereich zunächst in der zweiten Mannschaft zum Einsatz. Die Saison 2022/23 verbrachte er als Leihspieler bei der SV Waldhof Mannheim in Liga 3. Das Jahr in Mannheim war sein Durchbruch im Profibereich. Er absolvierte für Waldhof 31 Ligaspiele, überzeugte und steigerte seinen Marktwert. Als offensiver Mittelfeldspieler und Flügelstürmer erzielte er neun Tore und gab fünf Vorlagen.

Seit 2023 wieder in Berlin, steigerte er sich von Jahr zu Jahr. In der vergangenen Saison absolvierte 31 von 34 Ligaspielen. Sein Marktwert soll zuletzt, laut Transfermarkt.de, bei 2 Mill. EUR gelegen haben. Nach nicht bestätigten Angaben soll Hertha etwa die doppelte Summe seines Marktwertes überwiesen bekommen.

Hertha BSC wird mein Zuhause bleiben. Ich bin dem Verein, den Verantwortlichen und Fans extrem dankbar für alles! Es hat mir immer riesigen Spaß gemacht, im Olympiastadion aufzulaufen oder auswärts mit einem vollen Gästeblock. Davon hatte ich schon als Kind geträumt. Nun freue ich mich aber darauf, ganz neue Erfahrungen bei einem anderen großen Traditionsverein sammeln zu dürfen, bei dem ich die Möglichkeit habe, international zu spielen.“ so zitiert aus der Pressemitteilung von Hertha BSC.

Hans-Peter Becker

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Bildrechte: Hertha BSC / City-Press

Rumäne Rata: Wieder ein Linkshänder im Diagonalangriff

Erstmals in der Vereinsgeschichte begrüßen die BR Volleys einen rumänischen Spieler in ihren Reihen. Der neue Diagonalangreifer des Deutschen Meisters heißt Alexandru Rata, ist 26 Jahre jung und wechselt von CSA Steaua Bukarest an die Spree. Das Besondere: Linkshänder Rata bildet nicht zum ersten Mal in seiner Karriere auf seiner Position ein Duo mit Daniel Malescha.

„Ich freue mich riesig darauf, bei den BR Volleys einzusteigen, und bin sehr glücklich, dieses neue Kapitel in meiner Karriere zu beginnen. Ich weiß um die großartige Geschichte des Vereins, möchte dem Team zu neuen Erfolgen verhelfen und auf höchstem Niveau spielen“, ist Alexandru Rata in freudiger Erwartung auf seine neue Aufgabe in Berlin. Mit Bukarest gewann der 1,97-Meter-Mann in der letzten Saison die Normalrunde, musste sich in den Playoffs aber mit Rang vier begnügen. Titel hat er mit 26 Jahren in seinem Heimatland dennoch bereits gesammelt. Rata wurde einmal gemeinsam mit Daniel Malescha und dreimal insgesamt rumänischer Meister im Trikot von CS Arcada Galati. Danach wagte er 2023 den Schritt ins Ausland zu Tectum Achel (BEL), doch schon wenige Monate später sicherte sich mit Zenit St. Petersburg ein russischer Topverein seine Dienste: „Das war eine sehr wertvolle Erfahrung für mich. Ich bin mitten in der Saison zum Team gestoßen, daher musste ich mich schnell an eine neue Umgebung und einen anderen Volleyballstil anpassen.“

Dabei tauchte der explosive Angreifer auch auf dem Radar von Andrea Anastasi auf: „Alexandru ist ein wirklich interessanter Spieler mit besten Voraussetzungen. Er hat das Gesamtpaket aus Aufschlag, Angriff und Block. Für ihn ist jetzt der Moment, den nächsten Entwicklungsschritt zu machen und sein ganzes Potenzial auszuschöpfen. Ich hoffe, Berlin und unsere Mannschaft sind dafür der richtige Ort.“ Der 65-jährige Italiener formte viele große Spieler während seiner Laufbahn und möchte nun Rata gezielt helfen, „seine Stabilität auf europäischem Topniveau zu finden“. Dabei findet der neue Coach ein Attribut besonders spannend: „Er ist Linkshänder, was den gegnerischen Block natürlich vor eine ganz andere Aufgabe stellt.“

Da liegen direkt zwei Vorbilder auf der Hand, denn mit Linkshändern haben die Berliner in der Vergangenheit nicht die schlechtesten Erfahrungen gesammelt. Paul Carroll und Marek Sotola machten sich im orangen Trikot international einen Namen und konnten den BR Volleys als Diagonalangreifer ihren Stempel aufdrücken. Rata möchte einen ähnlichen Weg gehen und folgt auf Jake Hanes, der zwei Jahre mit unnachahmlicher Wucht dominierte. „Alexandru Rata ist natürlich ein ganz anderer Spielertyp“, beschreibt Kaweh Niroomand, der sich auch bei Stelian Moculescu nach seinem Landsmann erkundigt hat und neue Qualitäten sieht: „Er ist ein dynamischer, flexibler Angreifer mit einem wirklich schnellen Arm. Wir werden in der neuen Konstellation mit ihm und Josh Tuaniga wieder ein höheres Tempo spielen können.“

In der Nationalmannschaft ist Rata zu einer festen Größe gereift. 2022 gewann er mit Rumänien die European Silver League. In diesem Jahr reichte es in der European League nur zu drei Siegen in sechs Spielen. Die Europameisterschaft steht allerdings noch bevor, „daher liegt mein Hauptaugenmerk derzeit darauf, mich so gut wie möglich vorzubereiten und mein Land gut zu vertreten“, erklärt Rata, der erst im Anschluss in Berlin erwartet wird. Dann kommt es auch zum Wiedersehen mit Malescha, mit dem er schon vor drei Jahren im Galati-Trikot gut harmonierte: „Es kann uns definitiv helfen, dass wir schon gemeinsame Erfahrung haben und den Spielstil des anderen kennen. Daniel ist ein toller Typ und wir verstehen uns gut, daher freue ich mich, dass wir wieder Teamkollegen sein werden.“

Christof Bernier/BR Volleys

Fotocredit: „CEV“

Verpatzter Saisonstart für drei Berliner Teams

Bei der Informationsfülle, die die Englische Woche beschert, klingt diese Mitteilung schon fast überholt: In der Regionalliga Nordost läuft der Saisonstart für drei Berliner Teams gar nicht gut. Dem Aufsteiger des letzten Jahres BFC Preussen gelang auch im zweiten Heimspiel gegen den 1. FC Lok Leipzig kein Dreier. In der letzten Meisterschaftsrunde lief es noch anders für die Lankwitzer Adlerträger. Die Lok holte in zwei Partien nicht einen Punkt, denn selbst im Bruno-Plache-Stadion vor mehr als 6000 Besuchern siegten die Preussen 3:1.

Diesmal gab es im Preussenpark vor etwa 600 Leipziger Anhängern (insgesamt 1013 Zuschauer) der Lok im Mittwochspiel einen 2:1-Erfolg der Gäste. Und der tat weh. Erstens vermisste die Preussen-Elf schmerzlich ihren Kapitän und Aufstiegshelden Lenny Stein. Der sonstige Turm in der Schlacht soll sich in der Wochenendbegegnung beim Chemnitzer FC (0:3) einen komplizierten Fußbruch zugezogen haben. Seine Kameraden feierten den einzigen Preussentreffer mit seinem Shirt. Zweitens war aufgrund einer schönen Steigerung nach der Halbzeit durchaus eine Punkteteilung gegen einen der Aufstiegsfavoriten drin. Der unbedingte Wille zum Torerfolg zeigte sich aber zu selten. In der Spitze war Nikolas Frank oft zu sehr auf sich gestellt. Den Ausgleichstreffer durch einen harmlosen Kopfball von Charmaine Häusl muss Andreas Naumann, Leipzigs Keeper, auf seine Kappe nehmen. „Er hat uns schon einige Spiele mit seinen Aktionen gerettet. So ein Fauxpas sollte aber in Zukunft nicht zu oft vorkommen“, sagte Leipzigs Trainer Torsten Ziegner. Naumann ließ den Ball durch die Beine über die Linie kullern. Nach zwei Minuten war das Missgeschick bereits wieder Vergangenheit. Ayodele Adetula sorgte prompt für den nächsten Leipziger Treffer.

Vier Minuten Nachspielzeit gestattete der gute Unparteiische Sirko Müke. Mit der letzten Szene setzte der für Frank eingesetzte Philipp Kühn einen Kopfball zu hoch an. Dann war Schluss. Die sangesfreudigen Leipziger Anhänger setzten zu einer ihrer üblichen Choreographien an, die Spieler hüpften mit. Die Reise hatte sich gelohnt. Wie Sportick vor Anpfiff von zwei Lok-Fans erfuhr, übernachteten einige anschließend in Berlin. Der Tag wäre bei Abfahrt Leipziger Hauptbahnhof um 13:50 Richtung Berlin wohl sonst zu lang gewesen. Was tut man nicht alles – auch unter der Woche – für seinen Lieblingsklub.

Für die Mannschaft des BFC Preussen steht die nächste große Reise am Sonntag an. Der Gegner: Drittligaabsteiger Erzgebirge Aue. Beim Schwergewicht aus Sachsen werden die Trauben wohl auch sehr hoch hängen. Sodass man den Lankwitzern nur alles Gute und eine Wiederholung des Überraschungserfolges der letzten Spielzeit gegen Lok Leipzig wünschen kann. Ansonsten sieht es nach dann viertem Spieltag schon etwas brenzlig aus.

Gleiches gilt für den SV Tasmania, Aufsteiger aus der Oberliga/Staffel Nord in dieser Saison. Weiter ohne Punkt auch nach der Klatsche gegen Rot-Weiß-Erfurt (0:6) muss gegen das Team vom FSV Luckenwalde unbedingt gepunktet werden. Wenn das aber so einfach wäre. Der FSV hat am dritten Spieltag gegen die Zweitvertretung des 1. FC Magdeburg seine ersten Punkte eingefahren, wird also entsprechend selbstbewusst die Partie im heimischen Werner-Seelenbinder-Stadion angehen.

Die U23 von Hertha BSC ist ebenfalls miserabel in die Saison gestartet. Null Punkte nach drei Spieltagen sind allerdings für die stets sich erst zum Saisonende steigernden – von manchen Hertha-Bubis genannten – Jungspunde vom Zweitligisten aus dem Olympiastadion keine Riesenüberraschung. Lok Leipzig wird wohl nicht gern Aufbaugegner für die Nachwuchskicker sein. In deren Stadion müssen sich die Herthaner nämlich am Sonnabend präsentieren.

Text und Fotos: © Frank Toebs

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Union-Nachwuchs Dritter im Youngster-Cup

Sechstes traditionelles U-17-Turnier mit internationaler Beteiligung im Stadion An der Wuhlheide

Kontrastreiches Programm an der Wuhlheide am ersten Sonntag im August: Auf der einen Seite läuft das erste Heimspiel in der Saisonvorbereitung der Männer des 1. FC Union, während nur ein Stück weiter große Namen zu Gast sind. Der Youngster-Cup der jungen Eisernen läuft am Wochenende zum sechsten Mal, hat sicher ebenso viel Besucher verdient wie das Testspiel im Stadion An der Alten Försterei. Die sind aber in der Mehrzahl im Stadion nebenan.

Nun, die Profis trennen sich – nach der Testspielniederlage gegen Dynamo Dresden einen Tag zuvor – 2:2 von Cagliari. Die Nachwuchs-Unioner werden Dritter in der ab dem Vormittag ausgetragenen Endrunde ihres Turniers der europäischen Elite – ein internationales Messen der U-17-Teams mit Grund ein Ausrufezeichen zu setzen. Benfica Lissabon, Juventus Turin, Manchester City, Borussia Dortmund, FC Basel, FC Kopenhagen und Eintracht Frankfurt sind die klangvollen Namen im Stadion An der Wuhlheide.

Die Zuschauer und Zuschauerinnen setzen sich am Sonntag zum nicht geringen Teil aus Eltern und Anhängern der Vereine des Halbfinales zusammen. Hier treten die Unioner vor etwa 300 Besuchern (bei freiem Eintritt) als Sieger der Gruppe A gegen die Eintracht aus Frankfurt an. Vieles sieht gleichwertig aus. Die starken Frankfurter – alle Jahrgang 2016 – setzen sich aber mit einem guten Torwart Johannes Georg fürs Finale durch. Der wurde später noch als bester Keeper des Turniers ausgezeichnet. Für die Eisernen geht es im Spiel um Platz drei anschließend gegen FC Kopenhagen (3:0).

Im Endspiel sind die Spieler vom Main trotz einer frühen Führung gegen ein herausragendes Team aus Lissabon nur zweiter Sieger. Mit Einzelkönnern, die ihren Weg machen könnten, zeigen die Portugiesen Spielzüge und einen unwiderstehlichen Drang in die entscheidenden Räume, die man anderswo oft vermisst. 3:2 heißt das Resultat nach 45 Minuten ohne Pause. Die Eintracht kommt in der Nachspielzeit, die Benfica in Unterzahl überstehen muss, noch zum Anschlusstreffer. Mehr ist nicht drin.

Janek Kampa, vom Unioner Nachwuchsleistungszentrum sieht nach Abpfiff eine Rudelbildung, die nicht zum gut organisierten Turnier passen will. „Man muss gewinnen und verlieren können. Heute war der Abschluss für die Kinder unter den Zuschauern nicht passend. Sie warten hier auf Autogramme, sind nun mit Bildern konfrontiert, die nicht schön sind“, sagt der Leiter auf Deutsch und Englisch. Das siebte Turnier dieser Art in der Wuhlheide ist bereits für 2027 fest eingeplant.

Text und Fotos: Frank Toebs

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Regionalliga Nordost – Berlin Derby in Fürstenwalde fiel ins Wasser, nur der BFC Dynamo konnte punkten

Der zweite Spieltag der Regionalliga Nordost begann am letzten Tag des Julis mit drei gut besuchten Begegnungen. Von allen Spielorten konnten vierstellige Besucherzahlen vermeldet werden. Aus rein Berliner Sicht war am Freitagabend nichts Erfreuliches dabei. Im Werner Seelenbinder Sportpark in Neukölln ging Tasmanias Heimdebüt gegen den FC Erzgebirge Aue mit 0:2 verloren. Trainer Pardis Fardjad-Azad sah trotzdem im Vergleich zur Niederlage in Magdeburg einige Fortschritte seiner Mannschaft. Der Sieg für den Absteiger aus dem Erzgebirge ging insgesamt in Ordnung. Mehrfach konnte sich Tasmanias Goalie. Neuzugang Mateusz Mika, auszeichnen. Es waren zwei Standards, die die Gäste in Tore ummünzen konnten. Es geht bereits unter Woche mit dem 3. Spieltag weiter. Die Tasmanen müssen dann am Mittwoch in Erfurt ran, bevor dann nur drei Tage später, erneut auswärts, in Luckenwalde wieder an mögliche Punktgewinne gedacht werden kann.

Ohne Punkte kehrte der BFC Preussen aus Chemnitz zurück. Die Truppe von Trainer Daniel Volbert wusste, was sie an der Gellertstraße erwarten würde. Mit einer defensiven Spielanlage konnte bis zur Halbzeitpause ein 0:0 gehalten werden. Nur 23 Sekunden nach Wiederanpfiff der Partie sorgte Jonas Marx für die Führung der himmelblauen Chemnitzer und nur vier Minuten später stellte derselbe Spieler auf 2:0. Trainer Volbert bescheinigte seiner Truppe im Tiefschlaf gewesen zu sein. Die Durchschlagskraft der Preussen reichte letztlich nicht aus, um ergebnistechnisch etwas verbessern zu können. Ganz im Gegenteil, in der Nachspielzeit fiel noch das 3:0 für Hausherren. Der Preussen Trainer ordnete das Spiel als einen Kampf David gegen Goliath ein. Die Chemnitzer hegen Aufstiegsambitionen, da können die Preussen nicht ganz mithalten.

In Babelsberg gab es ein Spiel mit ähnlicher Konstellation. Die 03er waren mit einem Auswärtssieg bei Chemie Leipzig in die Saison gestartet und traten ihren ersten Heimauftritt gegen den Meisterschaftsfavoriten FC Carl-Zeiss Jena entsprechend selbstbewusst an. Die Partie blieb bis zum Schluss offen. In der 6. Minute der Nachspielzeit die Ernüchterung im Karli. Elias Löder traf zum 1:0 für Jena. So wurde es eine bittere Niederlage für Babelsberg. Wie gesagt, es geht in der Regionalliga Nordost mit einer englischen Woche weiter. Die Babelsberger dürfen zu Hause bleiben und empfangen die VSG Altglienicke.

Über Berlin und Umgebung hatte es am Samstagvormittag heftig geregnet. Der Platz in Fürstenwalde, Altglienickes Fußball-Diaspora, wurde unbespielbar. Es sollte gegen Hertha II gespielt werden. In Berlin-Hohenschönhausen, wo der BFC Dynamo beheimatet ist, konnte, wohl Dank besserer Drainage, gespielt werden. Dem MDR sei Dank, konnten das Spiel live im TV und im Stream verfolgt werden. Zu Beginn wurde das Spielfeld nach allen Regeln der Pyrotechnik eingenebelt. Es trafen zwei Mannschaften aufeinander, die einen gesicherten Platz im Mittelfeld anstreben, jedenfalls nicht mit aller Macht ganz nach oben streben.

Der ersten Halbzeit war beiden Teams anzumerken, dass die Findungsphase für die neue Saison noch nicht ganz abgeschlossen ist. In der ersten Hälfte neutralisierten sich beide. Die Gäste aus Leipzig-Leutzsch hatten sogar leichte Vorteile. Nach dem Schlusspfiff jubelten die wein-roten Berliner. Es lief bereits die 71. Spielminute, da traf Rufat Dadashov nach einem Eckball per Kopf. Er tunnelte dabei den Leipziger Torwart. Das Spiel hatte im Verlauf der zweiten Hälfte deutlich an Niveau gewonnen. Letztlich profitierte davon nur der BFC. In der 82. Minute sorgte der eingewechselte Leander Fritzsche mit einem sehenswerten Treffer für die Entscheidung. Aus spitzem Winkel jagte er den Ball ins Dreiangel. BFC Trainer Sven Körner war erleichtert. Seine Mannschaft hatte nach der verheerenden Auftaktniederlage in Erfurt eine deutliche Reaktion gezeigt.

Der BFC hat bis Donnerstag, 6. August 2026, Zeit sich auf die nächste Aufgabe vorzubereiten. Im Lößnitztal wartet der FC Erzgebirge. Mal sehen, ob der BFC Dynamo sich weiter steigern kann. Während sich der BFC Dynamo den ersten Dreier der Saison holte, blieben die Chemiker weiter tor- und punktlos.

Text und Foto: Hans-Peter Becker

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Regionalliga Nordost – erster Spieltag absolviert

Der Vereinsfußball ist zurück, wenn auch zunächst erst in Bayern und im Osten der Republik. Der DFB hat zwar einen neuen Bundestrainer, auf eine befriedigende Aufstiegsregelung der vierthöchsten Spielklasse müssen die Betroffenen allerdings weiter warten. Am ersten Spieltag der Regionalliga Nordost machten die Vereine ihren Ärger darüber Luft. Die ersten Minuten der Spiele wurden auf dem Rasen und den Rängen durch Stille und Nichtstun für den Protest genutzt. Alle Meister müssen aufsteigen, so die simple Forderung.

Der Meister der Regionalliga Nordost hat in der jetzt laufenden Saison, nach dem Rotationsprinzip zwischen den Regionalligen Nord, Nordost und Bayern, die direkte Berechtigung zum Aufstieg. So wurde entsprechend aufgerüstet. https://sportick.eu/regionalliga-nordost-aus-berliner-sicht-kampf-um-die-meisterschaft-beginnt

Gespannt wurde der erste Spieltag erwartet. Aus Berliner Sicht richteten sich die Blicke auf den ersten Auftritt der VSG Altglienicke. Das Ziel, die Meisterschaft, wurde klar formuliert. In Aue wurde am Samstag, 25.07.2026, vor der beachtlichen Kulisse von 8.611 Zuschauern ein 3:3 errungen. Ein unterhaltsames Spiel für die Zuschauer im Stadion und TV (Direktübertragung im MDR), allerdings zu wenig für die Ansprüche der Mannschaft aus dem Berliner Süden mit temporärer Heimstätte in Fürstenwalde. Der Mannschaft von Trainer Dan Twardzik dominierte die Anfangsphase, musste allerdings in der 17. Minute das 0:1 quittieren. Es war erst die zweite Torannäherung des Drittligaabsteigers. Daraus resultierte ein Eigentor von Neuzugang Lennart Czyborra.

Sie konnten das Spiel bis zur 39. drehen. Die 2:1 Führung hielt nur eine knappe Minute. Beim Stand von 2:2 ging es in die Halbzeitpause. Der Schock dann in der 58. Minute, Marcel Bär, einer der wenigen Verbliebenen aus der letzten Saison, traf zur 3:2 Führung für den FC Erzgebirge. Bis zur 86. Minuten rannten die Berliner dem Rückstand hinterher. Jonas Nietfeld rettete wenigstens einen Punkt. Altglienicke hatte auf einigen Positionen die besseren Individualisten, an den Abläufen muss weiter gearbeitet werden. Nicht unerwähnt bleiben soll hier die Leistung des jungen Auer Torwarts Max Uhlig, ein Eigengewächs, für seine 19 Jahre wirkte sehr sicher.

Zum 2. Spieltag empfängt Altglienicke Herthas Zweite, die zum Auftakt gegen den Chemnitzer FC eine empfindliche 0:4 Schlappe am heimischen Wurfplatz hinnehmen musste. Einen ähnlich schlechten Start erwischte auch der BFC Dynamo. Sie kamen in Erfurt mit 1:4 unter die Räder.

Wie hoch die Trauben in der neuen Liga hängen, bekam auch Tasmania zu spüren. In der Arena in Magdeburg waren sie gegen den 1. FCM II chancenlos und mussten mit einer 1:5 Niederlagen die Rückreise antreten. Der andere Neuling machte es besser, der RSV Eintracht Stahnsdorf ertrotzte im Preussenstadion an der Malteserstraße ein 1:1. Diesmal war es für die Randberliner ein Auswärtsspiel, am kommenden Wochenende empfangen die Stahnsdorfer den FSV Luckenwalde. Eine weitere Randberliner Mannschaft, der SV Babelsberg holte einen beachtlichen 2:0 Auswärtssieg bei der BSG Chemie Leipzig.

Hans-Peter Becker

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Regionalliga Nordost aus Berliner Sicht – Kampf um die Meisterschaft beginnt 

Gerade ist die Fußballweltmeisterschaft zu Ende gegangen, über das Abschneiden der besten deutschen Balltreter ist hinlänglich berichtet worden, da steht für die Profis und Amateure der Regionalliga Nordost der Start in die neue Saison bevor. Berlin ist die Hauptstadt dieser Liga. Fünf Vereine sind direkt in Berlin beheimatet. Nicht weit hinter Stadtgrenze gelegen können neben Babelsberg 03 auch der Regionale Sportverein Eintracht (RSV) aus Stahnsdorf als Rucksackberliner dazu-gezählt werden. Zumal die Stahnsdorfer ihre Heimspiele in Berlin im Preussenstadion, der Heimstätte des Ligarivalen BFC Preussen austragen müssen. Die Sportanlage in Stahnsdorf ist nicht für die Regionalliga zugelassen. Bereits am ersten Spieltag, am Samstag (25.07.2026) empfangen die Preussen (übrigens kein Schreibfehler) ihren Untermieter im Kampf um die Punkte.

Einem weiteren Verein aus dieser Liga ergeht es für die neue Spielzeit genauso. Seine 18 Heimspiele muss die VSG Altglienicke erneut auf fremden Platz austragen. Die künftige Heimstätte der Volkssportler soll die Willi-Sänger-Sportanlage in Treptow werden. Dafür muss allerdings erst kräftig um- und ausgebaut werden. Aktuell steht erst die Finanzierung fest. Nach Prüfung der Bauunterlagen könnten im Juni 2027 die Bagger anrollen. Zum Ende des Jahres 2029 soll alles fertig sein und die Anlage 3.200 Zuschauern Platz bieten. Dafür macht der Bezirk 6,7 Millionen EUR locker und 1,3 Millionen wird der Bund beisteuern. Allerdings hat die Sache einen Haken, die Spielstätte wäre nicht tauglich für Liga 3.

Der Aufstieg scheint das angestrebte Ziel der VSG zu sein. Ein Blick auf die Neuzugänge lässt vermuten, dass ganz oben mitgespielt werden soll. Insgesamt wurden sieben neue Profis verpflichtet, prominenteste Namen sind Anthony Brooks (Hertha BSC) und Tolga Cigerci (Energie Cottbus). Da wurde auch einiges an Geld investiert, die Strukturen weiter professionalisiert, der Spielbetrieb ist ausgegliedert. Es wird unter Profibedingungen gearbeitet. Am ersten Spieltag reisen die Schützlinge des jungen Trainers Dan Twarzik zum Absteiger FC Erzgebirge Aue. Die Generalprobe gegen den Champions-League Teilnehmer RB Leipzig ging nur knapp mit 1:2 verloren. Sie wollen auf Platz 1 und als Meister direkt aufsteigen, so äußerte sich der Trainer in einem Interview mit dem MDR.

Altglienicke will ganz oben landen, im Gegensatz dazu hat Liganeuling Tasmania nur den Wunsch, die Klasse zu halten. Im Gegensatz zu den Altglienickern können sie ihre Heimspiele in Berlin austragen. Der traditionsreiche Werner-Seelenbinder-Sportpark in Berlin-Neukölln konnte für die neue Liga tauglich gemacht werden. Der Kader musste mit sieben Neuzugängen kräftig umgebaut werden. Das lag nach Aussagen von Trainer Paradis Fardjad-Azad auch daran, dass einige Spieler den Weg in die Regionalliga wegen der höheren Belastungen nicht mitgehen wollten. Es wird keine leichte Saison werden. Am 1. Spieltag müssen die Tasmanen beim Nachwuchs des 1. FC Magdeburg antreten und eine Woche später stellt sich Erzgebirge Aue zur Heimspielpremiere in Neukölln vor.

Während neben der VSG Altglienicke vor allem die Traditionsvereine aus der ehemaligen DDR-Oberliga, FC Carl-Zeiss Jena, Chemnitzer FC, Lok Leipzig sowie der Hallescher FC aufgerüstet haben und so ein ernstes Wort im Kampf um den direkten Aufstieg mitreden wollen, werden in den anderen Berliner Vereinen kleinere Brötchen gebacken. Die beiden Berliner Fußballclubs, Dynamo und Preussen, haben als Saisonziel eine sorgenfreie Saison und dabei so weit wie möglich oben mitspielen ausgegeben. Der BFC Dynamo aus dem Ostteil der Stadt hat mittelfristig das Ziel, Aufstieg in Liga 3, nicht aufgegeben. Auf den BFC Dynamo wartet zum Saisonauftakt gleich ein schwerer Brocken. Am Freitagabend (24. August 2026) wartet auswärts im Steigerwaldstadion der FC Rot-Weiß Erfurt auf die weinroten Dynamos.

Während die VSG Altglienicke für den möglichen direkten Aufstieg gewissermaßen all-in gehen wird, setzt man andernorts in Berlin auf Kontinuität und organisches Wachstum. Schwer einzuschätzen ist die Situation von Herthas 2. Mannschaft. Seit der Neuformierung der Regionalliga Nordost als vierte Spielklasse mit Beginn der Saison 2013/14 ist die Ausbildungsmannschaft für das Profiteam der „Alten Dame“ Stammteilnehmer. Die beste Platzierung erreichten die Hertha Bubis mit Platz 4 nach der Saison 2018/19 unter Trainer Ante Covic. Davon dürften sie aktuell weit entfernt sein, zumal der Kader auch abhängig ist von den Planungen der Kampfmannschaft in der 2. Bundesliga. Am ersten Spieltag empfangen die Bubis von Trainer Rejhan Hasanovic den Chemnitzer FC.

Es bleibt zu hoffen, dass es, trotz der Brisanz, auf allen Plätzen fair zugeht und alle Vereine, vor allem jene, die für die Meisterschaft alle verfügbaren finanziellen Mittel eingesetzt haben, die Spielzeit schadlos überstehen.

Text und Foto: ©Hans-Peter Becker

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