DEL Saison 2025/26
Playoff-Finale Spiel 4
30.04.2026 19:30 Uhr Uber-Arena Berlin
EHC Eisbären Berlin – Adler Mannheim 3:4 OT (0:0/2:1/1:2/0:1)
Serienstand (best of seven) 3:1
Den Titel vor Augen und mit dem Rücken zur Wand, letztes Spiel der Saison oder eine Verlängerung der Serie. Partychrasher oder Jubeltrauben, eines war sicher, kampflos werden die Adler aus Mannheim nichts hergeben. Beide kamen gleich gut in die Partie. Bereits nach drei Minuten hatten die Adler ein Powerplay. Jonas Müller der Kapitän saß wegen eines Stockschlags auf der Bank. Die Adler kamen zu zwei Möglichkeiten, dann war Müller wieder auf dem Eis. Es deutete sich bereits in dieser Anfangsphase des Spiels an, ein hartes Stück Arbeit wird zu verrichten sein. Die Eisbären hatten eine gute Gelegenheit durch Ty Ronning, die der Mannheimer Goalie Johan Christer Mattson entschärfen konnte.
Eine Strafe wegen Stockschlags erwischte auch die Adler, Lukas Käble musste in die Kühlbox. Ein Tor gelang in diesem Powerplay den Eisbären nicht. Verteiltes Spiel, als sich das erste Drittel dem Ende näherte. Wo tat sich zuerst eine Lücke auf? Es fehlte auf beiden Seiten bei den Abschlüssen an der letzten Präzision. Das torlose Ergebnis hielt bis zur ersten Drittelpause. Beide Goalies hatten einiges zu tun, der Adler Goalie hielt 11 und der Eisbären Goalie musste 8 Mal zupacken. Das 1:0 für die Eisbären fiel in der 23. Minute. Sie nutzten ein Powerplay und Lester Lancaster war der Torschütze. Jetzt mussten die Adler noch mehr investieren. Das Tempo im Spiel zog weiter an. Jeder Puckverlust wurde zum gefährlichen Konter. Dass die Arena mehr und mehr stimmungsmäßig zur Hochform auflief war jetzt kein Wunder. In der 28. Minute stellte Liam Kirk das Ergebnis auf 2:0. Er platzierte den Puck halbhoch an der Stockhand des Goalies vorbei in die Maschen.
Ein Powerplay, ab der 31. Spielminute brachte den 1:2 Anschluss für die Adler. Nicolas Mattinen konnte eine Vorarbeit von Matthias Plachta verwerten. Jetzt stemmten sich die Adler mit Macht gegen das drohende Aus und die Eisbären versuchten schnelle Konter zu fahren. Das Spiel wogte, ohne große Unterbrechungen, hin und her. in der 36. Minute ließ Lancester eine Riesenmöglichkeit zum 3:1 aus. Ein Powerplay ließen die Eisbären ebenso ungenutzt liegen. Das Spiel blieb bis zur Schlussphase des Mittelabschnitts in einem fairen Rahmen. Es wurde Eishockey gespielt mit allen Aufregern, die im Playoff dazu gehören.
Wie lang ist der Weg bis zur Meisterschaft noch? Die letzten 20 effektiven Spielminuten begannen die Eisbären mit einer knappen Führung. Angesichts des bisherigen Spielverlaufs war eine Prognose für das Ende schwierig. Die Statistiken sprachen für die Ausgeglichenheit. Die Adler hatten mehr Anspiele gewonnen, die Eisbären etwas mehr Torschüsse. Serge Aubin wirkte etwas nervös. Zwei Minuten nach Wiederbeginn musste Leonard Pföderl wegen unkorrekter Ausrüstung auf die Strafbank, muss man das in so einem Spiel pfeiffen. Laßt es die Jungs auf dem Eis austragen. Es glich sich zum Glück aus, eine Minute später wurde Anthony Greco wegen Beinstellens auf die Strafbank geschickt. Die daraus resultierende knappe Minute Überzahl brachte nichts ein.
In der 45. Minute musste Blut vom Eis gekrazt werden. Jonas Müller bekam unglücklich den Puck ins Gesicht, er biss auf die Zähne, aktivierte alles an Adrenalin und konnte weiterspielen. Sein geschwollenes Gesicht auf dem Videowürfel sorgte für Beifall. Die Adler ließen nicht locker, das 3:1 gelang den Eisbären. In der 47. Minute versenkte Markus Vikinstad den Puck zum 3:1. Anschließend hatten die Eisbären erneut ein Powerplay, Matthias Plachta hatte das Spiel verzögert. Es waren noch etwa 10 Minuten auf der Spieluhr, da wurden bereits Hinweise zum Betreten des Eises nach dem Spiel gegeben. Zu früh, Markus Niemeläinen musste wegen eines hohen Stocks mit Verletzungsfolge für vier Minuten auf die Strafbank. Die Spannung stieg, vier Minuten, das war ein langer Weg. Die Adler schafften den Anschlusstreffer und es waren sieben Minuten regulär und die Strafzeit nicht überstanden. Jetzt kamen die Adlerfans, sie glaubten wieder an einen Sieg, es wäre der erste in der Finalserie. Die Eisbären wurden im eigenen Drittel festgeschnürt. Es waren vier Minuten bis zum regulären Ende, die Uhr lief, Belastungstest für den Kreislauf. Der Ausgleich fiel drei Minuten und eine Sekunde vor dem regulären Spielende. Das Tor wurde länger überprüft und für regelgerecht angesehen. Es stand jetzt 3 zu 3 und die Spieluhr nicht abgelaufen. Jetzt war das Momentum auf Seiten der Adler und die Eisbären wirkten etwas geschockt. Es lief die letzte Spielminute und die Eisbären bekamen den Puck nicht aus ihrem Drittel. Der Puck war in der Schlusssekunde im Tor. Es zählte nicht mehr, ab in die Verlängerung.
Zur Beruhigung der Nerven ging es in eine 15 minütige Pause. Es war Walpurgisnacht, für wen tanzen die Hexen, für wen wird es die Hölle? Die Adler hatten sich die Verlängerung erkämpft. Eisbären Goalie Stettmer hatte 37 Schüsse gehalten. So sind die Playoffs, das wollen die Fans sehen. In das Tor trafen und nur darum geht es in der Overtime, die Adler, sie konnten eine ihrer wenigen Möglichkeiten nutzen. Die besseren Chancen hatten zwar die Eisbären, zwei Mal sprang der Puck vom Innenpfosten nach vorn zurück. Die Adler zwingen die Eisbären in das fünfte Spiel. Der Treffer zur Entscheidung fiel erst in der zweiten Verlängerung. Luke Esposito war der Glückliche. Der begehrte Pokal wurde verpackt und steht zunächst wieder in Mannheim. Die Entscheidung wurde vertagt.
Hans-Peter Becker
Fotos: Stephan Wenske


