DEL Saison 2025/26
Playoff-Halbfinale Spiel 3
12.04.2026 14:00 Uhr Uber-Arena Berlin
EHC Eisbären Berlin – Kölner Haie 4:2 (0:0/1:0/3:2)
Serienstand (best of seven) 2:1
In Köln, im zweiten Spiel der Halbfinalserie, zeigten die Eisbären nur im ersten Spieldrittel, dass sie durchaus mithalten können. Im Mittelabschnitt übernahmen die Haie das Kommando und den Eisbären gelang es nicht mehr, ins Spiel zurückzufinden. Hatte in Spiel 1 in Berlin der Kölner Goalie einen schlechten Tag, so erwischte es in Spiel 2 den Torhüter der Eisbären. Jake Hildebrand brachte das Spiel zu Ende. Aus der „best of seven“ ist jetzt eine „best of five“ Serie geworden. Fehlen wird bei den Eisbären Yannick Veilleux, der Rüpel vom Dienst hatte in Köln mal wieder zugeschlagen und streckte einen Gegenspieler mit einem Stockcheck nieder. Ein zuvor verübter Stockschlag wurde übersehen. Trotzdem war die Reaktion von Veilleux überzogen und die von der DEL verhängte Strafe von zwei Spielen verbunden mit einer Geldbuße verständlich.
Der Wunsch der Fans der Eisbären wurde mit einem Banner vor der Hartmut Nickel Kurve zum Ausdruck gebracht. Der König verlangt nach Wiederholung, aber davor steht mit den Kölner Haien ein starker Gegner. In der Aufstellung gab es zwei Veränderungen. Im Tor begann Jake Hildebrand und in der Verteidigung war Mitchell Reinke nach längerer Verletzungspause wieder mit dabei. Dafür war Markus Niemeläinen nicht dabei.
Die Anfangsphase gehörte, wie zuletzt in Köln, den Eisbären. Die Kölner setzten einige gefährliche Konter dagegen, während die Eisbären Chancenwucher betrieben. Janne Juvonen, der Kölner Goalie, brauchte nicht lange, um warmzuwerden. Das aktivere Team bis in die Schlussphase des Anfangsdrittels hinein waren die Hausherren der Uber Arena. Ein Stockschlag von Manuel Wiederer drei Minuten vor dem Ende des Anfangsdrittels sorgte für das erste Powerplay im Spiel, das die Eisbären schadlos überstanden.
Die statistischen Werte des ersten Drittels sprachen für die Eisbären, 14 zu 4 Torschüsse. Die Kölner dagegen traten etwas abwartender auf, oder wurden sie dazu von den Eisbären gezwungen, wann macht ein Eisbär einen entscheidenden Fehler? Ein Powerplay in der 23. Minute brachte die Eisbären mit 1:0 in Front. Leonard Pföderl feuerte mit 160 Kilometer pro Stunde den Puck auf die kurze Torwartecke. Da gab es wirklich nichts zu halten für Juvonen. Unmittelbar nach dem Treffer hatten die Eisbären erneut eine Chance mit einem Spieler mehr, dieses Mal gelang kein Tor. Die Eisbären versuchten, dass Momentum auf ihrer Seite zu behalten. Sie hatten zwei Riesenchancen das Ergebnis höher zu stellen, so blieb es bei knapp der Hälfte der Spielzeit bei der Führung. Das war eine sehr gute Leistung der Eisbären bis zur 30. Minute. Sie hätte nur höher führen können, ja müssen. Köln lauerte weiter nur auf die Fehler und musste dem Dauerdruck der Eisbären standhalten. Es gab nur einen einzigen Fakt zu kritisieren, sieben Minuten vor dem Ende des Mitteldrittels hatte sich am Spielstand nichts geändert. Die Haie schienen daraus etwas mehr Mut zum Angriff zu schöpfen. So richtig gute Gelegenheiten ergaben sich nicht. Trotzdem blieb die Situation gefährlich für die Eisbären. Das Drittelende wurde turbulent. Ein Stockschlag eines Kölners wurde übersehen und Juvonen hielt einfach jeden Schuss. In der Schlussminute wurde ein Kniecheck von Juhani Tyrväinen per Video überprüft, es blieb bei den zwei Minuten. Am Ergebnis änderte sich im Mittelabschnitt nichts.
In der letzten Drittelpause liefen über den Videowürfel nochmals die besten Chancen der Eisbären, 40 zu 10 Torschüsse und nur eine 1:0 Führung, unglaublich.
Die Haie kamen bereits zwei Minuten vor dem Drittelbeginn auf das Eis und mussten gellende Pfiffe der Eisbärenfans ertragen. Der Start in das Schlussdrittel erfolgte für die Eisbären in Überzahl. Die Strafzeit war gerade abgelaufen, da knallte Jonas Müller den Puck, endlich muss hier eingefügt werden, ins Tor. Diese Führung, nicht mehr ganz so knapp, war sowas von gerecht. Was hatten die Kölner jetzt noch im Tank?
Die Eisbären konnten zunächst den Weg für die Haie verlängern. In der 46. Minute zimmerte Lester Lancaster, in diesem Spiel als Verteidiger aufgeboten, den Puck in den Kasten. Hoch angesetzt war der Schuss und schlug über der Schulter von Juvonen ein. Anschließend musste Markus Vikinstad, er hatte zum Treffer für das 3:0 die Vorlage gegeben, wegen eines Haltens auf die Bank. Diese Strafzeit überstanden die Eisbären. Fast wäre in Unterzahl Liam Kirk ein weiterer Treffer geglückt, ja wenn das Wörtchen fast nicht wär?
In der 53. Minute verkürzte Dominik Bokk auf 1:3 für die Haie. Ein Treffer im Nachstochern, den Puck nicht gut geklärt und irgendwie fiel er rein. Kölns Trainer ging bereits 4,5 Minuten vor dem Ende all in und es funktionierte. Sofort fiel der Anschlusstreffer zum 2:3. Das Tor datierte aus der 53. Minute. Playoffs sind nichts für schwache Nerven, es war brutal für die Eisbären. Plötzlich schwammen die Haie nicht mehr mit dem Bauch nach oben. Doch Leo Pföderl fand eine Antwort und traf aus der neutralen Zone ins leere Tor. Die Vorlage gab Marcel Noebels. Es gibt sie doch die Playoff-Monster, heute trug es das Eisbärentrikot mit der Nummer 93.
Hans-Peter Becker
Fotos:© Stephan Wenske
Spieldaten
Aufstellungen
Eisbären Berlin: Hildebrand (Stettmer; Neiße) – J. Müller, Wissmann (C); Mik, Lancaster; Smith, Reinke; Kretzschmar – Tiffels (A), Dea, Ronning; Noebels, Eder, Kirk; Bergmann, Vikingstad, Pföderl; Hördler, Wiederer, Nieleck – Trainer: Serge Aubin
Kölner Haie: Juvonen (Brückmann; Ancicka) – Austin, Kaski; Vittasmäki, Kemiläinen; Sennhenn, M. Müller; Glötzl – Storm, Aubry, Bokk; Kammerer, Tyrväinen, Niedenz; Kero, MacLeod, Russell; Tuomie, van Calster, Uher – Trainer: Kari Jalonen
Tore
1:0 – 22:04 – Pföderl (Reinke, Ronning) – PP1
2:0 – 41:20 – J. Müller (Noebels, Wissmann) – EQ
3:0 – 45:03 – Lancaster (Dea) – EQ
3:1 – 52:54 – Bokk (Sennhenn, Kero) – EQ
3:2 – 55:30 – Kaski (Kemiläinen, Tyrväinen) – 6-5
4:2 – 57:56 – Pföderl (Noebels) – EN
Strafen
Eisbären Berlin: 8 (4, 0, 4) Minuten – Kölner Haie: 10 (2, 6, 2) Minuten
Schiedsrichter
Martin Frano, Ghislain Hebert (Maksim Cepik, Tobias Schwenk)
Zuschauer
14.200
Bildergalerie von Stephan Wenske





