Sechstes traditionelles U-17-Turnier mit internationaler Beteiligung im Stadion An der Wuhlheide
Kontrastreiches Programm an der Wuhlheide am ersten Sonntag im August: Auf der einen Seite läuft das erste Heimspiel in der Saisonvorbereitung der Männer des 1. FC Union, während nur ein Stück weiter große Namen zu Gast sind. Der Youngster-Cup der jungen Eisernen läuft am Wochenende zum sechsten Mal, hat sicher ebenso viel Besucher verdient wie das Testspiel im Stadion An der Alten Försterei. Die sind aber in der Mehrzahl im Stadion nebenan.
Nun, die Profis trennen sich – nach der Testspielniederlage gegen Dynamo Dresden einen Tag zuvor – 2:2 von Cagliari. Die Nachwuchs-Unioner werden Dritter in der ab dem Vormittag ausgetragenen Endrunde ihres Turniers der europäischen Elite – ein internationales Messen der U-17-Teams mit Grund ein Ausrufezeichen zu setzen. Benfica Lissabon, Juventus Turin, Manchester City, Borussia Dortmund, FC Basel, FC Kopenhagen und Eintracht Frankfurt sind die klangvollen Namen im Stadion An der Wuhlheide.
Die Zuschauer und Zuschauerinnen setzen sich am Sonntag zum nicht geringen Teil aus Eltern und Anhängern der Vereine des Halbfinales zusammen. Hier treten die Unioner vor etwa 300 Besuchern (bei freiem Eintritt) als Sieger der Gruppe A gegen die Eintracht aus Frankfurt an. Vieles sieht gleichwertig aus. Die starken Frankfurter – alle Jahrgang 2016 – setzen sich aber mit einem guten Torwart Johannes Georg fürs Finale durch. Der wurde später noch als bester Keeper des Turniers ausgezeichnet. Für die Eisernen geht es im Spiel um Platz drei anschließend gegen FC Kopenhagen (3:0).
Im Endspiel sind die Spieler vom Main trotz einer frühen Führung gegen ein herausragendes Team aus Lissabon nur zweiter Sieger. Mit Einzelkönnern, die ihren Weg machen könnten, zeigen die Portugiesen Spielzüge und einen unwiderstehlichen Drang in die entscheidenden Räume, die man anderswo oft vermisst. 3:2 heißt das Resultat nach 45 Minuten ohne Pause. Die Eintracht kommt in der Nachspielzeit, die Benfica in Unterzahl überstehen muss, noch zum Anschlusstreffer. Mehr ist nicht drin.
Janek Kampa, vom Unioner Nachwuchsleistungszentrum sieht nach Abpfiff eine Rudelbildung, die nicht zum gut organisierten Turnier passen will. „Man muss gewinnen und verlieren können. Heute war der Abschluss für die Kinder unter den Zuschauern nicht passend. Sie warten hier auf Autogramme, sind nun mit Bildern konfrontiert, die nicht schön sind“, sagt der Leiter auf Deutsch und Englisch. Das siebte Turnier dieser Art in der Wuhlheide ist bereits für 2027 fest eingeplant.
Text und Fotos: Frank Toebs

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